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Fußball

Pechvogel Kramer belohnt den BVB

Borussia Dortmund gewinnt erstmals seit sechs Spielen wieder in der Bundesliga. Ein verdienter Erfolg, der jedoch nur durch einen glücklichen Umstand zustande kommt. Trotzdem sind beim BVB Fortschritte zu erkennen.

Mönchengladbachs Eigentorschütze Christoph Kramer (M.) wird von Dortmunds Trainer Jürgen Klopp von Dortmund (r.) getröstet (Foto: Bernd Thissen/dpa)

Trost oder Dank? BVB-Coach Klopp geht nach der Partie zu Mönchengladbachs Eigentorschützen Kramer

Es war die Szene des Abends: Sebastian Kehl umarmt Mönchengladbachs Spieler Christoph Kramer, nachdem er den entscheidenden Ball ins eigene Tor geschossen hatte. "Ich habe ihm gesagt, dass mir das leid tut für ihn. Das war eine ganz blöde Situation, weil der Ball aufspringt", sagte Kehl. "Ich hatte Mitgefühl, obwohl ich mich trotzdem gefreut habe." Erst danach lief der Dortmunder zu seinen Mannschaftskollegen und freute sich über die Dortmunder Führung in der 58. Minute.

Kramer hatte seinen eigenen Torwart mit einer

Bogenlampe aus 44 Metern

überrascht. "Als der Ball den Fuß verlassen hat, habe ich schon gedacht: Scheiße", sagte der Weltmeister über sein erstes Eigentor in der Bundesliga. Trotz des glücklichen Eigentores, hatte der BVB den Sieg an diesem Abend mehr als verdient. 22:1 Torschüsse, davon zwei Aluminiumtreffer und mehrere sogenannte hundertprozentige Chancen erspielte sich die Elf von Trainer Jürgen Klopp während der 90 Minuten.

Konzentrierter Beginn des BVB

Dortmunds Pierre-Emerick Aubameyang (l.) und Marco Reus freuen sich nach dem 1:0 (Foto: Bernd Thissen/dpa)

Pure Freude über das Eigentor: Aubameyang (l.) und Reus

Bereits vor dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach hatte Klopp mit seiner Aufstellung für Erleichterung bei den Fans gesorgt. Die angeschlagenen Roman Weidenfeller und Marco Reus standen in der Startelf. Nach der Qualifikation für das Achtelfinale in der Champions League am vergangenen Dienstag, wollte der BVB den nächsten Schritt gehen. Trotz des enormen Drucks von nur einem Punkt aus den letzten sechs Bundesligapartien, begann die Klopp-Elf sehr konzentriert.

Die Dortmunder agierten aus einer stabilen Abwehr heraus und setzten die Gäste von Beginn an gehörig unter Druck. Besonders die Offensivkünstler Reus und Pierre-Emerick Aubameyang störten das Aufbauspiel der "Fohlenelf" schon früh in der gegnerischen Hälfte - das gefürchtete "BVB-Pressing" funktionierte wieder. Beeindruckt von der Leistung war auch der Pechvogel des Abends, Weltmeister Kramer. Er lobte die Dortmunder, "die uns aller unserer Stärken beraubt haben. Sie waren super vorbereitet, haben uns super zugestellt."

"Es ist Druck abgefallen"

Trainer Jürgen Klopp von Dortmund (M.) bespritzt Lukasz Piszczek (l.) nach der Partie mit Wasser (Foto: Marius Becker/dpa)

Hauptsache gewonnen: Klopp (3.v.l.) feiert auf seine Weise

Angetrieben von den lautstarken BVB-Anhängern erkämpfte und erspielte sich der Gastgeber Chance um Chance. Besonders die Körpersprache überzeugte. Mit breiter Brust und eben der Körperspannung, die Klopp bisher nur in der Champions League zu sehen bekommen hatte, dominierte der BVB das Spiel nach Belieben. Borussia Dortmund zeigte teilweise tolle Kombinationen, ausgehend von einem stark aufspielenden Kehl, aber auch Reus und Henrikh Mkhitaryan zeigten eine gute Leistung. Nahezu jede gelungene Aktion wurde besonders vom BVB-Coach mit Applaus bedacht. Immer wieder forderte Klopp auch die Fans auf, die Mannschaft weiter zu unterstützen - ein Nervenspiel für den derzeitigen Krisenmanager. "Man hat das ja gesehen: Es ist Druck abgefallen von uns. Die Mannschaft hat außergewöhnlich Fußball gespielt", sagte Klopp nach der Partie.

"Das Spiel des Jahres"

Trotz einer überzeugenden Leistung; der BVB steht erst am Anfang. Mit nun zehn Punkten auf dem Konto sind sie Tabellen-16., aber noch weit entfernt von den, vor der Saison, ausgegeben Zielen. Dennoch stellte sich bei den Spiel-Beobachtern nach dem Schlusspfiff ein Gefühl ein, die Borussia habe gerade einen Pokal gewonnen - Erleichterung nach einer spannenden Schlussphase. Klopp, sichtlich gezeichnet, pustete gleich mehrmals kräftig durch, die Spieler umarmten sich - alle ließen sich minutenlang von den eigenen Fans feiern. Wie groß der Druck wirklich gewesen war, kam nun zum Vorschein. "Ich hatte das Gefühl eines Sieges schon so lange nicht mehr, dass ich kaum Worte dafür finde", versuchte Klopp die Situation zu beschreiben. Zugleich warnte der Trainer aber auch schon vor der nächsten schweren Partie: "Wir haben nicht das Gefühl, dass etwas passiert ist. Wir müssen da raus. Jetzt spielen wir gegen Paderborn, für die das das Spiel des Jahres ist."

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