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Aktuell Deutschland

PCB-Gift in deutschen Bio-Eiern

Wieder ein Skandal um Gift in Eiern: Wenige Tage vor Ostern wurde PCB - ähnlich giftig wie Dioxin - auf einem Hof in Nordrhein-Westfalen entdeckt. Zudem in einem Bio-Betrieb.

Eine Mitarbeiterin der Ehlego Landkost GmbH ueberprueft am Mittwoch (08.04.09) in einer Produktionshalle in Neuhausen/Spree fuer Ostern gefaerbte Huehnereier. Foto: Michael Urban/ddp (eingest. sc)

ostereier

Mitten in der vorösterlichen Eiersaison haben Prüfer die brisanten Stoffe in den Produkten eines landwirtschaftlichen Bio-Unternehmens in Nordrhein-Westfalen entdeckt. Nach Angaben des NRW-Verbraucherschutzministeriums beliefert der Betrieb mit 25.000 Legehennen vor allem Supermärkte. Den genauen Ort des Hofes wollte ein Ministeriumssprecher nicht nennen. Der Betrieb sei gesperrt worden. Der Westdeutsche Rundfunk berichtete, die meisten verseuchten Eier seien vermutlich schon verzehrt worden.

In zwei der insgesamt vier Ställe dieses Eier-Lieferanten sei eine bis zu sechs Mal über dem Grenzwert liegende Konzentration des Dioxin-ähnlichen PCB (Polychlorierte Biphenyle) nachgewiesen worden. PCB könne im Prinzip mit Dioxin gleichgesetzt werden, erläuterte der Sprecher in Düsseldorf. Woher die Verunreinigung stamme, sei noch unbekannt. Erhöhte Werte habe man in Eiern aus allen Ställen gemessen, hieß es weiter, in zwei Ställen jedoch nur in geringem Ausmaß. Der Verzehr auch der höher belasteten Eier bedeute "keine akute Gefährdung", betonte der Sprecher. Schädigungen seien aber bei häufigem und langfristigen Verzehr verseuchter Lebensmittel nicht auszuschließen.

Trend zur Bio-Henne ?

05.01.2011, Hühnereier, Eine Sechser-Schachtel Bio-Hühnereier aus Kontrolliert Biologischen Anbau von einem Allgäuer Bio-Bauernhof. Fotomontage: Dioxinwarnung vor verseuchten Eiern.

Gift in Eiern und Fleisch: Oft durch dioxinverseuchtes Futter

Dioxine sind chemisch ähnlich aufgebaute Verbindungen, die aber unterschiedlich giftig sind. Bereits geringe Konzentrationen können gefährlich sein. Als Langzeitwirkungen wurden etwa Störungen des Immunsystems, schwere Erkrankungen der Haut, der Atemwege, der Schilddrüse und des Verdauungstraktes festgestellt. In Tierversuchen wurden krebserregende Wirkungen nachgewiesen.

Überhöhte Dioxinwerte in Eiern und Fleisch hatten in den vergangenen Jahren wiederholt die Verbraucher verunsichert. Das Dioxin stammte meist aus Futtermitteln.

Nach einem Skandal Anfang 2011 war eine deutliche Umorientierung zu einer ökologischen Haltung von Legehennen festgestellt worden. Rund 2,5 Millionen Bio-Legehennen hätten Deutschlands Bauern und Agrarbetriebe 2011 gehalten, berichtete das Statistische Bundesamt im Februar 2012. Dies entspreche einem Zuwachs von 28,4 Prozent. Insgesamt bleibt der Anteil der Bio-Hühner dennoch klein: Nur rund 7,4 Prozent der verfügbaren Haltungsplätze für Hennen waren demnach für die ökologische Haltung vorgesehen.

SC/qu (dpa,afp)