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Wirtschaft

PC-Riese Hewlett Packard erfindet sich neu

Hewlett Packard wird von seinem deutschen Chef Léo Apotheker radikal umgebaut. Das US-Unternehmen stellt das Geschäft mit Tablet-PCs und Smartphones ein. In Zukunft konzentriert HP sich auf Dienstleistungen und Software.

Hauptquartier von HP in Palo Alto (Kalifornien) mit Logo (Archivfoto: ap)

Hauptquartier von HP in Palo Alto (Kalifornien)

Der weltgrößte Computerhersteller Hewlett Packard (HP) will sich völlig neu ausrichten. Das teilte das Unternehmen am Donnerstagabend (18.08.2011) mit. HP-Chef Léo Apotheker, ehemals Chef des deutschen Softwarekonzerns SAP, will das klassische PC-Geschäft aufgeben und den Schwerpunkt auf Software und Dienstleistungen setzen. Aus diesem Grund will das Unternehmen den britischen Anbieter von Unternehmenssoftware, Autonomy, für rund zehn Milliarden Dollar kaufen.

Strategischer Umbau

Vorstellung der neuen Smartphones (Foto: ap)

HP hat den Wettbewerb um Samrtphones und Tablet-PCs verloren

Im Wettbewerb bei Smartphones und Tablet-Computern gibt sich HP geschlagen. Ihre Produktion soll bis Oktober eingestellt werden. Außerdem soll die PC-Sparte verkauft werden, so dass zum Ende des Jahres hin HP-Computer unter einem anderen Firmennamen verkauft werden könnten.

Der Wandel passt in die Strategie, die Apotheker in den vergangenen Monaten angekündigt hat: Fokus auf das lukrative Geschäft mit Software und Dienstleistungen, effizienteres Wirtschaften, mehr Wert für Aktionäre. Das ist überfällig, denn nach sinkenden Aktienkursen und schwachen Erträgen musste der Konzern bereits mehrfach die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr zurückschrauben.

HP zieht Notbremse

Neben der schlechten Rendite, welche die PC-Produktion abwirft, hat HP zudem Probleme, Privatkunden für seine Produkte zu begeistern. Vor allem Apple macht dem weltgrößten PC-Bauer zu schaffen. So lockt der Tablet-Computer iPad die Kunden von Notebooks weg, und auch das HP-Tablet TouchPad konnte sich nicht als ernstzunehmender Rivale etablieren. Zudem hatten die webOS-Geräte, die HP herstellte, interne Vorgaben nicht gehalten und finanzielle Ziele verfehlt.

Mark Hurd (Foto: ap)

Vorgänger Hurd hatte HP mit Kosteneinsparungen zur Nr. 1 in der Branche gemacht

Der Konzern hatte große Pläne bei mobilen Geräten und kaufte dafür im vergangenen Jahr den Smartphone-Produzenten Palm mitsamt webOS-Software für mehr als eine Milliarde Dollar. Außerdem wurde viel Geld in die Entwicklung neuer Geräte gesteckt. Jetzt musste HP die Notbremse ziehen, da die Geschäfte weitere Milliarden-Investitionen gefordert hätten, ohne Garantie, das Geld jemals wiederzusehen.

Erst im vergangenen Jahr hatte Apotheker das Ruder vom Vorgänger Mark Hurd übernommen, der das Unternehmen nach einer Affäre mit einer externen Mitarbeiterin verlassen musste. Das löste bei den Investoren Bestürzung aus, denn Hurd hatte HP mit Kosteneinsparungen zu Milliardengewinnen getrieben und den Konzern durch Zukäufe zur weltweiten Nummer eins der Branche gemacht.

Autorin: Milena Furman (dpa, dapd, afpd)
Redaktion: Martin Schrader

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