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Großbritannien

Paul Nuttall ist neuer UKIP-Chef

Es sind turbulente Zeiten für die UKIP-Partei: Mal prügeln sich Parteimitglieder im EU-Parlament, mal tritt eine neugewählte Partei-Chefin nach 18 Tagen zurück. Kann der neue Chef die Chaos-Tage beenden?

UKIP Führer Paul Nuttall und Nigel Farage (Reuters/T. Melville)

Übergangschef Farage (rechts) kann sich nun zurückziehen, den Chefposten übernimmt Nuttall

Die UKIP-Parteimitglieder wählten den früheren Parteivize Paul Nuttall mit knapp 63 Prozent der Stimmen zum neuen Vorsitzenden. Damit setzte er sich deutlich gegen seine Konkurrenten, die ehemalige stellvertretende Parteichefin Suzanne Evans und den Ex-Soldaten John Ree-Evans, durch. Die beiden erhielten jeweils nur weniger als 20 Prozent der Stimmen.

Nuttall rief die rechtspopulistische Partei, deren oberstes Ziel der EU-Austritt Großbritanniens ist, zur Einheit und Geschlossenheit auf. "Ukip hat eine rosige Zukunft, aber dazu braucht die Partei Einigkeit", rief er jubelnden Anhängern in London zu. "Ich werde ein Team mit Talenten aus allen Flügeln der Partei zusammenstellen", sagte der 39-jährige bei seiner Antrittsrede.

Nuttall war sechs Jahre lang Vize-Parteichef der UKIP. Im September trat er inmitten von Parteistreitigkeiten im Zuge des Brexit-Referendums zurück. Seit 2009 gehört Nuttall dem Europaparlament an. Er will zukünftig darauf setzen, vor allem unter enttäuschten Labour-Anhängern nach Wählerstimmen zu gewinnen.

Farage und James schmissen hin

Nach dem Brexit-Referendum am 23. Juni hatte Nigel Farage seinen Rücktritt als UKIP-Chef verkündet. Er begründete dies damit, dass er sein politisches Ziel mit dem Votum für einen Auftritt Großbritanniens aus der EU erreicht habe. Seitdem befindet sich die Partei in einer schweren Führungskrise. Mitte September wurde Diane James zur neuen UKIP-Chefin gewählt. Sie warf aber nach nur zehn Tagen aus "privaten und beruflichen Gründen" das Handtuch. Wenige Tage später prügelten sich zwei EU-Abgeordnete im Straßburger Parlament. Bis zur Wahl eines Nachfolgers übernahm Farage übergangsweise wieder die Parteiführung.

Als neuer Ukip-Chef muss Nuttall nun eine neue Mission für die Partei formulieren, um sie nach dem EU-Austritt Großbritanniens vor der Bedeutungslosigkeit zu bewahren. Außerdem wird er sich mit dem Befund eines externen Prüfberichts auseinandersetzen müssen, dass die Partei vor der Parlamentswahl und dem Brexit-Referendum regelwidrig neun Umfragen mit EU-Geldern in Höhe von gut 500.000 Euro finanzierte.
 

afp/dpa/ap (rk/qu)