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Musik

Patty Moon, Märchengänse und Sternenstaub

Seit zwölf Jahren erzählen Patty Moon geheimnisvolle Geschichten und zaubern ein Ohrenkino voller Märchenfiguren. Der Name klingt amerikanisch, tatsächlich verbirgt sich hinter Patty Moon ein Duo aus dem Schwarzwald.

Patty Moon Judith Heusch, Sängerin/ Songwriterin der Band Patty Moon posiert zwischen ihren Büchern (Quelle : TRAUMTON Records)

Posieren zwischen Märchenbüchern

Mimi ist die Gans aus dem Märchen "Zwerg Nase". Wann immer Judith Heusch die Erzählung liest oder Bilder davon sieht, hat sie das Gefühl, einem Déjà vu zu erliegen - gerade so, als ob sie früher selbst einmal Zwerg Nase gewesen sei und die Gans Mimi ihr guter Kumpel. Die Liedermacherin hat keine Erklärung für diese innige Verbundenheit, denn bei der Geschichte handelt es sich keinesfalls um ihr Lieblingsmärchen. Gefühlsmäßig stehen ihr Zwerg und Gans aber doch so nah, dass sie das neue Album ihres Duos Patty Moon nach dieser seltsamen Seelenverwandschaft benannt hat. "Mimi and Me" heißt die vierte Scheibe der Sängerin und Pianistin und ihres Weggefährten, des Gitarristen Tobias Schwab. Die beiden taten sich 1998 zusammen und benannten sich zur einen Hälfte nach einem ihrer selbst geschriebenen Lieblingssongs "Patty Peppermint" und zur anderen Hälfte nach dem Jazzklassiker "Me and the Moon".

Belebte Wurzelknollen, Hundelyrik und Katzensongs

Judith Heusch ist aufgeschlossen und fröhlich, hat aber seit ihrer Kindheit auch einen Hang zur Mystik. Die 42-jährige wuchs in einem Haus im Wald auf, interpretierte in Wurzelknollen und Efeu seltsame Gestalten hinein und dachte sich schon damals Geschichten dazu aus. Entsprechend sind nun auch die Alben von Patty Moon voller Bilder.

CD-Cover Patty Moon Mimi and Me (Quelle : TRAUMTON Records)

Judith Heusch mit Gans Mimi

Viele Lieder für Patty Moon erfindet Judith Heusch, wenn sie zeichnet, denn die Musikerin arbeitet auch als Illustratorin und entwirft Symbole und Figuren für Schulbücher. Oder sie inspiriert sich für ihre Songs, wenn sie mit ihren Hunden spazieren geht. In der kleinen Gemeinde Forchheim in Baden-Württemberg lebt sie seit vielen Jahren mit einer ganzen Schar von Hunden und Katzen zusammen, die sie vor dem Tierheim bewahrte. Manchmal erfindet sie abends auch mal eben ein Lied für eine ihrer Katzen. Aber sie spielt ihrem Bandkollegen Tobias Schwab nur Songs mit Tiefe vor, die auch beim zweiten Hören hängen bleiben. Der Gitarrist setzt die Musik und Texte von Judith Heusch dann für Patty Moon in stimmungsvolle Klangbilder um. Die Endversion der Songs entsteht ohne große Absprache, denn das Musikerpaar, das bis vor sieben Jahren auch privat noch ein Paar war, ist sich künstlerisch meist völlig einig.

Musizieren wie im Rausch

Die Lieder auf "Mimi and Me" hat Judith Heusch in relativ kurzer Zeit komponiert. Viele Ideen seien aus dem Unterbewusstsein hochgekommen, als sie am Klavier saß, erzählt sie. Sie habe einfach irgendetwas gespielt und ihren Gedanken freien Lauf gelassen. Vielleicht ist das Album deshalb leichter verständlich als seine Vorgänger, denn viele Geschichten muten recht kindlich an.

Tiefgang könne man dem Album deswegen trotzdem nicht absprechen, betont Judith Heusch. Im Lied "Painting Horses" zum Beispiel singt sie davon, wie sie Pferde zeichnet, die aus dem Bild laufen und erklärt, dass sie damit selbst verschwände: "Manchmal male ich, bis ich in eine Art Rausch gerate. Mithilfe des Zeichnens und der Musik kann ich das Leben besser aushalten." Zu kompliziert sei diese Welt eben, nicht immer zu verstehen und manchmal auch etwas langweilig. "Das eigentlich Wichtige finde ich in Geschichten, Bildern und in der Musik", sagt die Sängerin nachdenklich.

Ein mystischer Reigen

Porträt der Sängerin/ Songwriterin Judith Heusch von Patty Moon. (Quelle : TRAUMTON Records)

Träumen von Fabelwesen

Die meisten Lieder auf "Mimi and Me" handeln von der Bewältigung des Lebens und von existentiellen Ängsten. Und als sei das Thema Programm, haben Patty Moon, die oft so klingen, als schrieben sie Filmmusik, diesmal wirklich drei Songs für einen Film gemacht. Im März kommt "In der Welt habt ihr Angst" von Hans W. Geißendörfer in die Kinos. Diese Stücke sind ebenfalls auf der neuen CD zu finden. Hinzu kommt eine Vertonung des Gedichts "The Raven" von Edgar Allen Poe, was den mystischen Reigen des Albums abrundet.

Autorin: Antje Hollunder
Redaktion: Suzanne Cords

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