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Kultur

Patrick Modianos Literaturnobelpreisrede

Er bekommt den Preis für seine "Kunst der Erinnerung." Der französische Schriftsteller sprach in Stockholm schon jetzt über sein ganz persönliches Verhältnis zum Schreiben von Büchern.

Die Rede zur Preisverleihung wird immer schon drei Tage vorher gehalten. Am 10. Dezember bekommt der französische Autor Patrick Modiano in Stockholm den diesjährigen Literaturnobelpreis. Am Sonntag erzählte der Schriftsteller schon einmal, was ihn zum Schreiben angetrieben hat.

Paris als zentraler Ort der Gedanken

Während seiner Kindheit sei er für gewöhnlich getrennt von seinen Eltern gewesen, so Modiano. Oft habe er bei Freunden übernachtet, an verschiedenen Orten in Paris. Der 1945 nahe der französischen Hauptstadt geborene Autor hat sich später in seinen zahlreichen Romanen auf die Suche nach Herkunft, Kindheit und Erwachsenwerden gemacht. Die Handlung seiner Prosa ist stets in Paris angesiedelt.

Das Rätsel Kindheit

Als Erwachsener habe er versucht den Rätseln der Kindheit und des Heranwachsens nachzuspüren: "Aber es ist mir nicht gelungen, alle Menschen und Orte und alle Häuser der Vergangenheit ausfindig zu machen", erzählte der Nobelpreisträger in Stockholm. "Dieser Antrieb, Rätsel ohne wirklichen Erfolg zu lösen und zu versuchen, ein Mysterium aufzuklären, hat mir die Sehnsucht nach dem Schreiben gegeben, als ob das Schreiben und die Vorstellungskraft mir endlich helfen könnten, alle losen Enden zu verknüpfen."

Zuletzt war in Deutschland Modianos Roman "Gräser der Nacht" erschienen, in dem es unter anderem um die Verstrickungen Frankreichs in den Algerien-Krieg in den 1960er Jahren geht. Patrick Modiano ist der 15. Franzose, der den wichtigsten Literaturpreis bekommt.

jk/nf (dpa)