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Politik

Patient steckt Krankenschwester an

In Deutschland hat es die erste Ansteckung mit Schweinegrippe von Mensch zu Mensch gegeben. Insgesamt sind jetzt fünf Fälle bestätigt. Das Virus breitet sich weltweit immer weiter aus.

Eingang der Uniklinik Regensburg (Foto: dpa)

Die Uniklinik in Regensburg behandelt Schweinegrippe-Patienten

Die Schweinegrippe ist bei einer Frau aus Niederbayern nachgewiesen worden, die selbst nicht in Mexiko war, aber mit einem bereits infizierten Mann in Kontakt stand. Nach Informationen der Deutschen Presseagentur handelt es sich um eine Krankenschwester eines Kreiskrankenhauses, in dem ein Schweinegrippe-Patient behandelt worden war. Die Krankenschwester ist mittlerweile wieder gesund, der Mann ist inzwischen in die Universitätsklinik Regensburg verlegt worden.

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Jörg Hacker (Foto: dpa)

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Jörg Hacker

Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder teilte am Freitag (1.5.2009) mit, in Freising bei München gebe es einen weiteren Fall. Damit gibt es jetzt in Deutschland fünf bestätigte Fälle, vier davon in Bayern. Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Jörg Hacker, sagte am Freitag in Berlin, er rechne mit weiteren Infektionen in Deutschland. Bei den bisher Erkrankten sei die neue Form der Grippe relativ mild verlaufen.

Weitere Infektionen erwartet

Doch habe das Virus H1N1 "das Potenzial, sich auszubreiten und zu verändern, sagte Hacker. Derzeit gebe es in Deutschland zwölf Verdachtsfälle auf Schweinegrippe. Das RKI ist die zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -prävention.

Fast 500 Krankheitsfälle weltweit

Wie das EU-Zentrum für Seuchenbekämpfung (ECDC) in Stockholm mitteilte, ist die Zahl der bestätigten Schweinegrippe-Erkrankungen weltweit bis Freitagmorgen auf 482 gestiegen. Mit dem neuen Fall in Deutschland gebe es in Europa jetzt 28 Infektionen. Am stärksten betroffen ist Spanien mit 13 Erkrankungen.

Reisende aus Cancun, Mexiko, bei der Ankunft auf dem Flughafen Düsseldorf (Foto: AP)

Reisende aus Cancun, Mexiko, bei der Ankunft auf dem Flughafen Düsseldorf

Die Zahl der Personen, die sich in Mexiko, dem mutmaßlichen Ursprungsland der Krankheit, nachweislich mit dem neuen Schweinegrippe-Virus A(H1N1) infiziert haben, ist auf 312 gestiegen. Dies gab Gesundheitsminister José Ángel Córdova am Donnerstagabend in Mexiko-Stadt bekannt. Die Zahl der Toten habe sich jedoch nicht weiter erhöht. Bisher kamen in dem Land zwölf Menschen durch die Schweinegrippe ums Leben. Córdova schloss aber nicht aus, dass unter den bislang insgesamt 159 registrierten Grippetoten weitere mit dem neuen Virus infizierte Fälle seien. Dies müsse in den kommenden Tagen durch Untersuchungen geklärt werden.

USA kaufen Medikamente

In den USA weitete sich die Schweinegrippe auf 15 Bundesstaaten aus. Bis Donnerstag zählten die Behörden 118 bestätigte Fälle, darunter ein Mitarbeiter der Weltbank sowie ein Mitglied der Delegation, die US-Präsident Barack Obama kürzlich auf seiner Mexiko-Reise begleitet hatte. Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius kündigte den Kauf von zusätzlichen 13 Millionen Dosen Anti-Grippe-Mittel an. 400.000 davon würden Mexiko zur Verfügung gestellt.

Packung des Anti-Grippe-Medikaments Tamiflu (Foto: AP

Packung des Anti-Grippe-Medikaments Tamiflu

Die Hilfsorganisation medico international forderte in Frankfurt am Main, in Deutschland gelagerte Grippe-Medikamente nach Mittelamerika zu liefern. Mexiko verfüge über nur wenige Vorräte. Angesichts der Pandemie-Gefahr müssten die weltweit vorhandenen Mittel solidarisch eingesetzt werden. In Deutschland könne etwa jeder vierte Bundesbürger mit Grippe-Medikamenten versorgt werden, in Mexiko nur einer von 250 Einwohnern, erklärte das Hilfswerk.

EU will gegen Seuche eng zusammenarbeiten

Die Gesundheitsminister der Europäischen Union vereinbarten am Donnerstag auf einem Krisentreffen eine enge Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der sich ausbreitenden Schweinegrippe. Es gebe die grundsätzliche Bereitschaft, sich bei der Versorgung mit Anti-Grippe-Medikamenten beizustehen, hieß es nach der Konferenz. Außerdem will die EU einheitliche Informationsblätter verteilen und bei der Identifizierung von möglichen Erkrankten an Flughäfen zusammenarbeiten.

Keine Panik!

Die amtierende EU-Ratsvorsitzende und tschechische Gesundheitsministerin Daniela Filipiova sagte: "Europa ist der am besten vorbereitete Teil der Welt, es besteht überhaupt kein Anlass zur Panik". Die Forderung Frankreichs, alle Flüge zwischen der EU und Mexiko zu untersagen, fand in der Ministerrunde keine Mehrheit. Auch Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt lehnte den französischen Vorstoß ab. (wl/sams/ap/dpa/afp/epd)

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