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Berliner Flughafenposse

Passagiere vor Airport BER gestrandet

Berlins Chaosflughafen BER sorgt mal wieder für Spott, wenn auch indirekt. Wegen einer Umleitung saßen Hunderte Passagiere auf dem Airport Schönefeld fest und konnten die Aussicht auf das leere BER-Terminal genießen.

Grund für die lästige, aber notwendige Umleitung war die Entschärfung einer Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg auf dem innenstadtnahen Airport Tegel. Deswegen mussten Dutzende Maschinen auf den alten Flughafen Schönefeld im Süden Berlins ausweichen. Dort konnten aber einige aus Platzmangel nicht am üblichen Terminal parken. Sie standen stattdessen am Terminal des noch nicht eröffneten Großstadtflughafens Berlin Brandenburg "Willy Brandt" (BER), der sich neben dem alten Flughafen Schönefeld befindet.

Am BER gebe es reguläre Parkpositionen, die zwar selten genutzt würden, aber über die bereits betriebene Landebahn erreichbar seien, sagte ein Flughafensprecher. "Da stehen immer mal Maschinen. Aus einem Fenster sehen Sie den BER, aus dem anderen das Terminal in Schönefeld."

Weil jedoch innerhalb kurzer Zeit zu viele Maschinen eintrafen, gab es Engpässe bei den Parkflächen, Treppen und Busse. Das Ergebnis: Mehrere Hundert Passagiere saßen stundenlang in ihren Maschinen fest – mit Gratisblick auf das noch nicht eröffnete Terminal des künftigen Hauptstadtflughafens. Einige Passagiere hätten drei Stunden lang warten müssen, bevor sie per Bus zum Schönefelder Terminalgebäude gefahren wurden, teilte ein Flughafensprecher mit. In sozialen Netzwerken sorgte das für Spott und zynische Bemerkungen. "Hurra! Der BER ist offen!" schrieb ein Nutzer. "Auch blöd. Biste auf nem Flughafen, kannst aber nicht aussteigen", klagte ein anderer.

Großprojekt als Lachnummer

Der skandalumwitterte Großflughafen BER sorgt immer wieder für Negativschlagzeilen. Ursprünglich hätten dort 2011 die ersten Flugzeuge starten sollen, doch der Neubau ist noch immer nicht betriebsbereit. Diverse Planungsfehler, Baumängel und Technikprobleme haben seit 2011 jeden Eröffnungstermin zunichte gemacht. Wann in dem krisenbehafteten Bauwerk die ersten Passagiere einchecken, steht noch längst nicht fest. Auch der zuletzt angepeilte Start im nächsten Jahr gilt als unwahrscheinlich.

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Lachnummer BER - eine Chronik

Umleitungen von Tegel nach Schönefeld sind im täglichen Berliner Flugbetrieb nichts Besonderes. Die Landebahn des künftigen Hauptstadtflughafens wird bereits seit Mitte Juli genutzt, weil eine alte Landebahn in Schönefeld saniert wird. Diesen Tausch gab es schon einmal 2015 - für fünf Monate. Landungen "am BER" gibt es damit schon seit Jahren. Üblicherweise rollen die Maschinen dann aber zum regulären Schönefelder Terminal, wo die Passagiere aussteigen.

Übrigens landeten auch die beiden chinesischen Riesenpandas Meng Meng (Träumchen) und Jiao Qing (Schätzchen) im Juni in unmittelbarer Nähe des noch unfertigen BER und wurden dort am Frachtterminal entladen. Der Flughafen Tegel war nach Angaben des Sprechers am Dienstagabend rund drei Stunden lang gesperrt. Danach sei das Nachtflugverbot in Abstimmung mit den Behörden aufgehoben worden, um alle Flugzeuge abfertigen zu können.

kle/uh (dpa, DW, Berliner Morgenpost)

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