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Frankreichs Rechtspopulisten

Parteivize verliert Richtungsstreit im Front National

Zerbröselt der Front National? Frankreichs Rechtspopulisten haben nach der verlorenen Präsidentenwahl erheblich an Einfluss verloren. Das führt zu einem Richtungsstreit, der ein prominentes Opfer fordert.

Der stellvertretende Chef des Front National (FN) verlässt die Partei. Er wolle nicht Vize-Vorsitzender "für nichts" sein, sagte Florian Philippot im Sender France 2. Dies sei "lächerlich", also verlasse er "natürlich" die Partei. FN-Chefin Marine Le Pen hatte ihm nur Stunden zuvor die Verantwortung für den Aufgabenbereich Strategie und Kommunikation entzogen. Mit der Teilentmachtung Philippots reagierte Le Pen auf dessen Weigerung, den Vorsitz über eine von ihm gegründete politische Vereinigung aufzugeben.

Philippot hatte diese Vereinigung, die sich "Les Patriotes" nennt, vor der Parlamentswahl im Juni gegründet. Die "Patrioten" sehen sich selbst als Gesprächsplattform innerhalb des Front National. Kritiker werfen Philippot aber vor, die Gruppe als Machthebel in den parteiinternen Streitigkeiten bei der FN einsetzen zu wollen. Der Parteivize hatte klargestellt, dass er sein Engagement bei der Vereinigung nicht einstellen werde, auch wenn die Parteichefin dies fordere. Ihm werde die "Pistole an die Schläfe" gesetzt, klagte er im Sender BFMTV. "Ich verstehe überhaupt nicht, wo das Problem mit dieser Vereinigung ist."

Frankreichs Rechte im Niedergang

Philippot galt lange als enger Vertrauter von Marine Le Pen. Er stand für den scharfen Anti-Euro-Kurs, mit dem die FN-Vorsitzende bei der Präsidentschaftswahl im Frühjahr zwar die zweite Runde erreichte, dort aber dem Sozialliberalen Emmanuel Macron deutlich unterlag. Eine TV-Debatte mit Macron vor der Wahl geriet für Le Pen zum Debakel. Bei der Parlamentswahl im Juni erreichte der FN nur acht Abgeordnetensitze.

In der rechtsextremen Partei brodelt es seit Monaten. Viele in der FN machen Philippot für die politischen Niederlagen mitverantwortlich und wollen das Thema Euro hintenanstellen. Auch das Verhältnis zwischen Le Pen und Philippot hatte sich deutlich abgekühlt.

rb/cr (afp, dpa, rtr)

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