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Aktuell Asien

Parlamentswahl auf den Malediven

Die Menschen auf den Malediven wählen ein neues Parlament. Und sie sind tief gespalten in der Frage, welchen Kurs der islamische Inselstaat künftig einschlagen soll.

Rund 240.000 Wahlberechtigte entscheiden, welche 85 Abgeordneten gegen oder mit Präsident Abdulla Yameen regieren werden. Erwartet wird ein harter Kampf zwischen der oppositionellen MDP und der Regierungskoalition rund um die alten Eliten der Fortschritts-Partei der Malediven (PPM). Die Partei des Staatschefs will ausländische Investoren für den Ausbau der Tourismusindustrie gewinnen und somit die Infrastruktur in dem Tropenparadies mit mehr als 1000 Inseln verbessern. Ihr unversöhnlich gegenüber steht die Maledivische Demokratische Partei (MDP). Sie will die lokalen Inselverwaltungen stärken und die Einnahmen aus dem Tourismus einer breiteren Bevölkerungsschicht zukommen lassen.

Als größter Wirtschaftszweig trägt der Tourismus mit fast 30 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Er bringt mehr als 60 Prozent der Deviseneinnahmen. Allein aus Deutschland kommen fast 100.000 Touristen jährlich. Ein wachsendes Haushaltsdefizit und die immer höhere Staatsverschuldung belasten indes die Wirtschaft.

Malediveninsel Biyadoo (Foto: aquapix)

Traumziel für 100.000 Deutsche im Jahr: Die Malediven

Welche Rolle spielt die Justiz?

Außerdem wirbt die MDP damit, die Justiz zu reformieren, die sie für korrupt hält. Tatsächlich sehen auch internationale Beobachter den zunehmenden Einfluss des Obersten Gerichtshofs mit großer Sorge. Nur zwei Wochen vor der Parlamentswahl war der Chef der Wahlkommission wegen Missachtung des Gerichts seines Amtes enthoben und zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Die USA und Kanada fragten daraufhin, ob die Malediven überhaupt noch nach Demokratie streben.

Abgestimmt werden kann auch auf den abgelegenen Atollen des 1000-Insel-Reichs im Indischen Ozean. Die Landfläche des Urlaubsparadieses entspricht mit 298 Quadratkilometern der Größe der Stadt Leipzig. Auf 200 bewohnten Inseln leben rund 394.000 Menschen. Staatsreligion ist der sunnitische Islam.

Eine große Herausforderung für den seit 1965 von Großbritannien unabhängigen Inselstaat ist der Klimawandel mit dem befürchteten Anstieg des Meeresspiegels.

rb/uh (dpa)