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Aktuell Europa

Pariser Anschläge: Suche nach zwei weiteren Terrorhelfern

Einer der mutmaßlichen Hintermänner der Terroranschläge von Paris, Salah Abdeslam, ist weiter auf der Flucht. Bei ihren Ermittlungen hat die Polizei nun zwei weitere mögliche Komplizen aufgespürt.

Drei Wochen nach den blutigen Attentaten von Paris suchen belgische und französische Ermittler zwei neue Verdächtige. Sie sollen mit dem flüchtigen Salah Abdeslam gut zwei Monate vor den Attentaten in Ungarn gewesen sein, teilte die Staatsanwaltschaft in Brüssel mit. "Sie sind gefährlich und wahrscheinlich bewaffnet", warnte die belgische Polizei. Die beiden Männer waren mit falschen Pässen am 9. September zusammen mit Abdeslam in einem Mietwagen an der ungarisch-österreichischen Grenze kontrolliert worden.

Identität der neuen Verdächtigen ist unbekannt

Am selben Tag war Abdeslam auch bei der Einreise von Deutschland nach Österreich in Begleitung von zwei Männern kontrolliert worden, wie das österreichische Innenministerium bereits Mitte November mitgeteilt hatte. Wie die belgischen Strafverfolgungsbehörden jetzt bekannt gaben, hätten die beiden Begleiter gefälschte belgische Pässe auf die Namen Samir Bouzid und Soufiane Kayal vorgelegt. Nach beiden wird nun gefahndet. Die Behörden veröffentlichten mehrere Fotos und Bilder von Überwachungskameras und starteten einen Zeugenaufruf.

Frankreich Paris Terroranschläge Fahndungsfoto Abdeslam Salah

Weiter auf der Flucht: Abdeslam Salah - einer der mutmaßlichen Drahtzieher der Terroroanschläge von Paris

Der gefälschte Ausweise auf den Namen Bouzid sei vier Tage nach den Pariser Attentaten in einer Western-Union-Bank in Brüssel benutzt worden, um 750 Euro an die Cousine des mutmaßlichen Drahtziehers der Pariser Anschläge, Abdelhamid Abaaoud, zu überweisen. Abaaoud und seine Cousine Hasna Aitboulahcen waren bei einem Anti-Terror-Einsatz der französischen Polizei in Saint-Denis bei Paris zusammen mit einem bisher nicht identifizierten Dritten getötet worden.

Mit dem anderen gefälschten Ausweis auf den Namen Kayal war in der belgischen Stadt Auvelais ein Haus angemietet worden, das Ende November im Zuge der Ermittlungen wegen der Pariser Anschläge von der Polizei durchsucht worden war.

Bei der Anschlagsserie auf den Konzertsaal Bataclan, auf das Fußballstadion Stade de France sowie auf mehrere Cafés und Restaurants waren am 13. November in Paris 130 Menschen getötet und etwa 350 weitere verletzt worden. Die meisten Attentäter sprengten sich nach ihren Attacken selbst in die Luft, darunter auch ein Bruder von Abdeslam. Dieser soll nach den Anschlägen von Freunden zurück nach Belgien gebracht worden sein, wo er zu einem Bekannten gesagt haben soll, er werde "sein Gesicht ändern". Trotz internationaler Fahndung konnte Abdeslam bisher nicht gefasst werden.

Paris-Drahtzeiher soll in Ungarn "rekrutiert" haben

Laut Angaben der ungarischen Regierung soll einer der "Hauptorganisatoren" der Anschläge von Paris ein "Team" unter den Flüchtlingen am Bahnhof von Budapest rekrutiert haben. Zum Zeitpunkt dieser Vorgänge hätten die ungarischen Behörden nichts davon gewusst, sie seien später von den Geheimdiensten der Partnerländer darüber informiert worden, teilte ein Regierungssprecher mit. Angaben zum Datum oder Namen machte er allerdings nicht.

Aus Ermittlerkreisen in Paris hieß es zu den Angaben aus Budapest, dass ein von Abdeslam gemietetes Auto am 17. September in Ungarn geortet worden sei. Bei der Kontrolle am 9. September in Österreich hatte Abdeslam laut österreichischem Innenministerium angegeben, er wolle eine Woche Urlaub in Österreich verbringen; er durfte daraufhin mit seinen Begleitern weiterfahren.

ww/qu (AFP, dpa, Reuters)