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Aktuell Afrika

Paris schickt Soldaten

Angesichts des Vormarsches der Rebellenallianz in der Zentralafrikanischen Republik hat Frankreich Fallschirmjäger in den Unruhestaat verlegt. Auch die afrikanischen Nachbarstaaten entsenden Truppen.

Präsident Bozize, umringt von bewaffneten Anhängern (Foto: rtr)

Zentralafrikanische Republik Präsident Francois Bozize bittet um Hilfe in Bangui

Nach den jüngsten Ausschreitungen gegen die französische Botschaft in Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik, hat Frankreich seine Militärpräsenz dort aufgestockt. Wie das Verteidigungsministerium in Paris mitteilte, trafen aus Gabun 150 französische Soldaten in dem unruhigen Staat ein. Das Ministerium sprach von einer Vorsichtsmaßnahme zum Schutz französischer und europäischer Staatsbürger. Die Fallschirmjägertruppe verstärkt die 250 französischen Soldaten, die bereits auf dem Militärstützpunkt M'Poko beim Flughafen der Hauptstadt Bangui stationiert sind.

In der Zentralafrikanischen Republik leben rund 1200 Franzosen. Der französische Regierungschef Jean-Marc Ayrault bekräftigte nochmals, dass sich die ehemalige Kolonialmacht aus dem Konflikt heraushalten wolle.

Rebellen verhandlungsbereit?

Um eine Waffenruhe zur Beendigung der seit Tagen andauernden Kämpfe bemüht sich die Wirtschaftsgemeinschaft Zentralafrikanischer Staaten (ECCAS). Die britische Sender BBC meldete unter Berufung auf die ECCAS, die Rebellen seien zu Verhandlungen über eine Einstellung der Kampfhandlungen bereit. Die Gespräche sollten in den kommenden Tagen ohne Vorbedingungen geführt werden. Als Verhandlungsort sei Libreville vorgesehen, die Hauptstadt des Nachbarlandes Gabun, berichtete die BBC weiter. Ebenfalls in Libreville hatten zuletzt die Mitgliedsstaaten der ECCAS über den Konflikt beraten. Dabei einigten sie sich auf die Entsendung von Soldaten aus den Nachbarländern, um die Regierung der Zentralafrikanischen Republik vor einem Sturz durch die Rebellen zu schützen.

Allerdings ist es noch unklar, wie viele Soldaten entsandt werden sollen und wann sie eintreffen werden. "Wir denken nun über die nötigen Vorbereitungen nach, damit diese Mission so schnell wie möglich beginnen kann" sagte der Außenminister von Gabun, Emmanuel Issoze-Ngondet. Zuvor hatte die ECCAS Delegationen zu beiden Konfliktparteien geschickt. Auch die Afrikanische Union entsandte einen Sonderbeauftragten in die Region.

Der zentralafrikanische Präsident François Bozizé (Artikelbild) hatte am Donnerstag um internationale Hilfe gebeten angesichts der wachsenden Befürchtung, die Rebellen könnten die Hauptstadt Bangui angreifen.

USA ziehen Botschaftspersonal ab

Die USA schlossen am Freitag ihre Botschaft in Bangui. Die diplomatischen Vertreter sowie andere US-Bürger und weitere Ausländer wurden ausgeflogen. Ebenso wie die französische Regierung lehnt US-Präsident Barack Obama es ab, Bozizé mit Truppen zu unterstützen. Angesichts von Ausschreitungen gegen westliche Einrichtungen in der Hauptstadt und der zunehmenden Gefahr durch Gewaltkriminalität hat das Auswärtige Amt in Berlin seine Reisewarnungen auf Bangui ausgeweitet. Reisen seien in der gesamten Zentralafrikanischen Republik mit "erheblichen Risiken" verbunden, hieß es.

Tausende Anhänger des Präsidenten in Bangui (Foto: rtr)

Anhänger des Präsidenten François Bozizé in Bangui

Die Rebellenallianz Séléka hatte vor zwei Wochen eine bewaffnete Offensive gegen Bozizé gestartet. Die Aufständischen wollen seine Regierung stürzen, weil er eine Friedensvereinbarung aus dem Jahr 2007 gebrochen haben soll. Mehrere Städte wurden von den Rebellen erobert. Tausende Menschen sind wegen der Kämpfe auf der Flucht.

se/wl/qu (afp, ap, dapd,dpa)