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Aktuell Welt

Paris: Feuer in Egyptair-Maschine vor dem Absturz

Die französische Flugunfallbehörde bestätigte, was als Verdacht bereits im Raum stand: An Bord des Airbus A320 hat es gebrannt. Bleibt die Frage: Wer oder was hat das Feuer verursacht?

Kurz vor dem Abbruch der Datenübertragung habe das Flugzeug automatische Meldungen abgesetzt, "die auf Rauch in der Kabine schließen lassen", sagte ein Sprecher der französischen Flugunfallbehörde BEA der Nachrichtenagentur AFP. Damit bestätigte er Medienberichte über eine Rauchwarnung in der über dem Mittelmeer abgestürzten ägyptischen Passagiermaschine.

Luftfahrtexperte Tim van Beveren hatte zuvor in einem Interview mit der DW erklärt, das Flugzeugsystem habe Rauch registriert. Daraus schloss er: "Es gab ein Feuer an Bord." Die Signale hätten zunächst Rauch auf einer Bordtoilette gemeldet. Bereits eine Minute später habe das Feuer auf die Bordelektronik übergegriffen. Das Flugzeug habe die Rauchwarnung wenige Minuten vor dem Absturz über das satellitengestützte Kommunikationssystem ACARS abgesetzt, meinte der Luftfahrtexperte. Dann verschwand der Airbus mit 66 Menschen an Bord von den Radarschirmen.

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Egyptair: Suche im Mittelmeer

Die Suche nach der Ursache

Ein Rätsel bleibt die Absturzursache. Der französische Behördensprecher erklärte, trotz der Hinweise auf Rauch in der Maschine sei es "noch viel zu früh", um die Umstände des Unglücks "zu erklären und zu verstehen". Dazu müssten vor allem das Wrack und die Flugschreiber gefunden werden.

Der Airbus A320 mit der Flugnummer MS804 war am frühen Donnerstagmorgen mit 66 Menschen an Bord auf dem Weg von Paris nach Kairo abgestürzt. Das ägyptische Militär fand bislang lediglich Körperteile von Insassen und Wrackteile im Mittelmeer. Demnach wurden die Gegenstände rund 290 Kilometer nördlich der ägyptischen Küstenstadt Alexandria im Wasser entdeckt. Mannschaften des ägyptischen Militärs suchen mit der Hilfe von Griechenland und Frankreich nach dem Wrack der Maschine und dem Flugschreiber.

Terroranschlag?

Die ägyptische Regierung hält einen Terroranschlag für wahrscheinlich. Auch Luftfahrtexperten sehen die Möglichkeit einer Explosion, weil der Crew offenbar keine Zeit blieb, einen Notruf abzusetzen. Die französische Regierung warnt dagegen vor voreiligen Schlüssen. Es gebe weiterhin "absolut keinen Hinweis" auf die Umstände des Unglücks, betont Frankreichs Außenminister Jean-Marc Ayrault. Alle Hypothesen zur Absturzursache müssten gleichrangig behandelt werden.

Vor sieben Monaten war bereits ein russischer Passagierjet nach einer Bombenexplosion an Bord über der ägyptischen Sinai-Halbinsel abgestürzt. Dabei kamen alle 224 Insassen ums Leben. Die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" bekannte sich zu dem Anschlag. Sowohl in Frankreich als auch in Ägypten haben die Extremisten bereits schwere Anschläge verübt.

nin/sti (dpa, afp, rtr, DW)

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