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Kultur

Paralympics in Athen

Noch im Frühjahr dieses Jahres galt Athen als die behindertenunfreundlichste Stadt Europas. Jetzt ist sie Gastgeber der Olympischen Spiele für behinderte Sportler, der Paralympics.

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Die Athleten der Paralympics kämpfen um 500 Medaillen

"Insgesamt haben sich 1400 private Firmen an den Vorbereitungen beteiligt. Sie haben geholfen, Athen und die anderen Städte, in denen paralympische Sportarten ausgetragen werden, behindertengerecht zu gestalten", sagt Miriam Wilkens, Pressesprecherin des Internationalen Komitees der Paraolympics (IPC), in einem Gespräch mit DW-WORLD.

Es war viel zu tun

Dass die Sportstätten für die am Freitag (17.9.2004) gestarteten Wettkämpfe behindertengerecht sein würden, war zu erwarten: Für die Stadt Athen selbst war das nicht so selbstverständlich. Noch im Frühjahr gestand die Athener Bürgermeisterin Dora Bakoyannis selbstkritisch ein, dass Athen wohl die einzige europäische Metropole ohne eine öffentliche Toilette für Behinderte ist. Schon vor zwei Jahren hatte die griechische Regierung ein Sondergesetz eingebracht. Demnach sollte die behindertengerechte Nachrüstung aller für das Alltagsleben relevanter öffentlicher und privater Gebäude und Anlagen in ganz Griechenland bis zum Jahresbeginn 2004 beendet sein. Doch erst jetzt sind die ersten Verbesserungen zu sehen.

Paralympics 2004

Das Seepferdchen Proteas ist das Maskottchen der Paralympics 2004 in Athen

"Man kann sagen, dass die Grundlagen geschaffen worden", so Miriam Wilkens. Aber mit der guten Infrastruktur für Behinderte, wie zum Beispiel in Sydney, sei die Situation nicht zu vergleichen. Aber Fortschritte sind allemal erzielt worden. So eröffnete der stellvertretende Kultusminister Griechenlands Petros Tatoulis Mitte August einen Lift, der Behinderten den Besuch der Akropolis ermöglicht. "Und auch die Athener Museen sind jetzt für behinderte Menschen zugänglich", sagt John Polychroniou in einem Gespräch mit DW-WORLD. Er ist im Kultusministerium für die Museen Griechenlands zuständig.

Keine Probleme vorherzusehen

Beim Straßenverkehr sehe es auch sehr gut aus, so Miriam Wilkens. "Die Untergrundbahn ist behindertengerecht und das gleiche gilt für die Busse im Athener Straßenverkehr und die öffentliche Toiletten." Das olympische Dorf sei zu 69 Prozent behindertengerecht eingerichtet. Und die gerade fertig gestellten Sportstätten seien sowieso auf dem neusten Stand.

Zum ersten Mal wurden die Paralympics 1960 in Rom ausgetragen. Seitdem finden sie wie die Olympiade alle vier Jahre statt. Ein Meilenstein waren die Austragungen der Spiele 1988 in Seoul. Erstmals war es den behinderten Sportlern erlaubt, die selben Sportanlagen zu nutzen wie die nicht behinderten Athleten. Seitdem verbesserten sich die Bedingungen für die Athleten der Paralympics mit jeder Veranstaltung. In Griechenland wird den Sportlern erstmals eine umfassende Trainingsinfrastruktur bereit gestellt, so dass sie sich optimal auf ihre Wettkämpfe vorbereiten können.

Keine Diskriminierung mehr

"Ebenfalls neu ist die Tatsache, dass die Athleten keine Teilnehmergebühr mehr zahlen müssen. So soll die Diskriminierung zwischen den Athleten der Olympischen Spiele und der Paralympics beseitigt werden", sagt Miriam Wilkens. Trotz der Absage von Papua-Neuguinea
verzeichnen die 12. Sommer-Paralympics in Athen eine
Rekordteilnahme. Die Veranstalter sprechen von 142 teilnehmenden Nationen und rund 4000 Aktiven. Vor vier Jahren in Sydney hatten 3843 Sportler aus 123 Nationen teilgenommen. Die deutsche Mannschaft ist mit insgesamt 210 Teilnehmern am Start. 500 Medaillen werden bei dieser zweitgrößten Sportveranstaltung der Welt vergeben.

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  • Datum 21.09.2004
  • Autorin/Autor Markus Grunwald
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  • Permalink http://p.dw.com/p/5VZV
  • Datum 21.09.2004
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