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Top-Thema – Podcast

Paradies für Piraten

Keine tropische Pflanze, kein Tier ist vor ihnen sicher: Schmuggler im Dienst der Biopiraterie. In Brasilien finden sie für den illegalen Handel mit wilden Tieren und geschützten Pflanzen ein Paradies vor.

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Razzia auf einem Tiermarkt in Bahia

Seit fünf Jahren leistet die Nichtregierungsorganisation Renctas (Nationale Organisation gegen den illegalen Handel mit wilden Tieren), die sich im Kampf gegen den illegalen Handel mit wilden Tieren inzwischen einen Namen gemacht hat, Aufklärungsarbeit im ganzen Land, organisiert Schulungen für die Polizei, begleitet diese bei Kontrollaktionen und erforscht die Routen der Schmuggler. Die Ergebnisse dieser Arbeit sind alarmierend. Jährlich werden etwa 38 Millionen wilde Tiere aus ihrem Lebensraum geraubt, um einen blühenden Schwarzmarkt besonders in Europa und den USA zu bedienen. Nur jedes Zehnte überlebt den Weg bis zu seinem Ziel.

Nicht nur Sammler selten vorkommender Spezies, sondern vor allem wissenschaftliche und pharmazeutische Interessen machen den illegalen Handel zu einem lukrativen Geschäft. Weltweit belegt es Platz drei, nach dem Handel mit Drogen und Waffen. Unter den Verkaufschlagern der Pharmaindustrie finden sich genug Beispiele dafür, wie sich mit der Natur das große Geld machen lässt.

Der Fortschritt auf dem Gebiet der Biotechnologie hat die Naturschätze im Amazonas noch attraktiver gemacht. Brasilien versucht jetzt, die Notbremse zu ziehen. Vor einigen Monaten wurde eine parlamentarische Kommission einberufen. Eine ganze Reihe von Maßnahmen soll nun auf den Weg gebracht werden. Eine neue Gesetzgebung, die nicht nur schärfere Strafen vorsieht, sondern auch eine bessere Regulierung und Organisation in der Forschung. Es gehe nicht darum, ausländischen Forschern die Türen zu verschließen, sagt Sarney Filho, Vorsitzender der Kommission und Chef der Grünen Partei. Aber wenn sie von der hiesigen Biodiversität profitieren, dann sollten sie dem Land und den traditionellen Völkern, denen sie das Wissen meistens entnehmen, einen Teil des Kuchens abgeben. Dafür müsse es jetzt klare Regeln geben.

GLOSSAR:

sich einen Namen machen – bekannt werden

alarmierend – Besorgnis erregend, beunruhigend

blühen – florieren; sehr gut laufen (Handel, Geschäfte)

der Schwarzmarkt – der illegale Markt für bestimmte Waren (hier: für wilde Tiere)

lukrativ – einträglich; so, dass es viel Geld einbringt

der Verkaufschlager – ein Produkt, das sehr oft und gern gekauft wird

das große Geld machen – sehr viel Geld mit etwas verdienen

die Notbremse ziehen – eine negative Entwicklung stoppen, bevor es zu spät ist

eine Reihe von etwas - mehrere

etwas auf den Weg bringen – etwas einleiten

hiesig – in / aus dieser Gegend /Region

einen Teil des Kuchens abgeben – einen Teil vom Gewinn abgeben

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