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Urheber der Aktion unbekannt

Papstkritische Plakate an Roms Wänden

Offen aufzutreten wagen die Gegner von Franzikus nicht. Vermutlich im Schutz der Dunkelheit klebten sie Poster mit schweren Vorwürfen gegen den Papst an Mauern und Wände in Rom.

In der italienischen Hauptstadt Rom sind von Unbekannten zahlreiche Plakate mit schweren Vorwürfen gegen Papst Franziskus geklebt worden. Auf ihnen ist ein Foto des Kirchenoberhauptes zu sehen, das Franziskus mit einem verärgerten und griesgrämigen Gesichtsausdruck zeigt. Unter dem Bild steht: "Franziskus, du hast Kongregationen unter kommissarische Leitung gestellt, Priester entlassen, den Malteserorden und die Franziskaner der Immakulata enthauptet, Kardinäle ignoriert, aber wo bleibt deine Barmherzigkeit?"

Konservative kritisieren den Papst

Laut der Online-Ausgabe der römischen Tageszeitung "Il Messaggero" sollen die Plakate über die gesamte Stadt verteilt sein. Franziskus, dessen zentrale Botschaft die Barmherzigkeit ist, sieht sich wegen seines Reformkurses wachsendem Widerstand in der römisch-katholischen Kirche gegenüber. Italienische Medien spekulierten, dass die anonymen Poster dem konservativen Spektrum in der Kurie zuzuordnen seien.

Weihnachten 2016: Der Papst spendet den Segen Urbi et Orbi (Reuters/A. Bianchi)

Weihnachten 2016: Der Papst spendet den Segen Urbi et Orbi

 Der 2013 zum Papst gewählte Argentinier treibt den interreligiösen Dialog voran, lobt die Reformation und greift Themen wie die Sexualmoral der Kirche auf. Manifest wurde die Kritik an Franziskus in einem offenen Brief von vier Kardinälen zu dessen Schreiben über Familie und Liebe, "Amoris Laetitia". In dem Brief fordern die Kardinäle vom Papst mehr Klarheit über den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen.

Es ist das erste Mal seit dem Amtsantritt von Franziskus, dass solche Plakate in Rom auftauchten. 2014 sorgte ein Graffiti in der Nähe des Vatikan für Aufsehen, das den Papst in Superman-Pose zeigte.

Treffen mit der EKD-Spitze

Am Montag empfängt Franziskus im Vatikan führende Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), angeführt vom Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm. Auch der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, der Münchner Erzbischof und Kardinal Reinhard Marx, wird an der Privataudienz teilnehmen.

Anlass ist das Reformationsjubiläum. 2017 jährt sich der überlieferte Thesenanschlag Martin Luthers vom 31. Oktober 1517 in Wittenberg zum 500. Mal. Luthers Initiative gilt als Beginn der Reformation, die zur Abspaltung der evangelischen von der katholischen Kirche führte.

wl/uh (dpa, kna)