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Aktuell Welt

Papst wettert gegen "flüchtige Idole" wie Geld und Macht

Im brasilianischen Wallfahrtsort Aparecida feierte Papst Franziskus eine große Messe. Dabei forderte er eine stärkere Hinwendung der Kirche zu Armen, Frauen und Laien. Ein besonderer Appell erging an die Jugend.

Auch strömender Regen und kühle Temperaturen schreckten die Gläubigen nicht ab. Schätzungsweise 200.000 Katholiken bejubelten Papst Franziskus, als er bei seiner Ankunft im offenen Papamobil im Marienheiligtum von Aparecida die Anwesenden grüßte. Der erste Argentinier auf dem Papststuhl war von Rio de Janeiro mit Flugzeug und Hubschrauber in 200 Kilometer entfernte Kleinstadt gereist. Strikte Sicherheitsmaßnahmen begleiteten seinen Besuch, nachdem am Sonntag in Aparecida ein selbstgebauter Sprengsatz von der Polizei gefunden und entschärft worden war.

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Franziskus erste Messe in Brasilien (24.07.2013)

Christliche Werte vermitteln

In seiner ersten Predigt auf brasilianischem Boden hob Franziskus die Bedeutung der Jugend für die Entwicklung in der Welt hervor. Jugendliche seien "ein mächtiger Antrieb für die Kirche und für die Gesellschaft". Eltern und Erzieher müssten auch immaterielle Werte vermitteln, um die Jugendlichen "zu Erbauern einer solidarischeren und brüderlicheren Nation und Welt" zu machen, sagte er in der Wallfahrtsbasilika. Sie ist die weltweit zweitgrößte Kirche nach dem Petersdom in Rom.

Franziskus, der ein schlichtes weißes Messgewand trug, fand für die Jugend aber auch mahnende Worte. "Es ist wahr, dass heute alle, und auch unsere Jugendlichen, ein wenig den Reiz der vielen Götzen spüren, die sich an Gottes Stelle setzen und Hoffnung zu geben scheinen: Geld, Erfolg, Macht, Vergnügen", sagte er. Ausdrücklich stellte er solchen "vergänglichen Götzen" Werte wie Großherzigkeit, Solidarität, Ausdauer und Brüderlichkeit entgegen. Diese hätten ihre Wurzel im christlichen Glauben.

Einsatz für die Schwachen gefordert

In der riesigen Basilika von Aparecida feiert der Papst seine erste Messe in Brasilien (Foto: afp/Getty Images)

In der riesigen Basilika von Aparecida feiert der Papst seine erste Messe in Brasilien

In seiner Ansprache würdigte Franziskus auch das 2007 in Aparecida verabschiedete Schlussdokument der lateinamerikanischen Bischofskonferenzen als wichtiges Ereignis für die katholische Kirche. Das Schreiben war unter der Leitung des heutigen Papstes verfasst worden. In dem Dokument wird der Einsatz der Kirche für die Schwachen in der Gesellschaft gefordert. Das Dokument von Aparecida sei "aus der Verflechtung zwischen der Arbeit der Hirten und dem einfachen Glauben der Pilger hervorgegangen", betonte das Kirchenoberhaupt bei der Messe.

Paspt besucht Suchtkranke

Beim anschließenden Besuch einer Kilinik für Suchtkranke in Rio de Janeiro hat Papst Franziskus die Gesellschaft zum Kampf gegen die Drogen-Kartelle aufgerufen und vor einer Legalisierung von Rauschgift gewarnt. Eine Liberalisierung des Drogenkonsums, wie in Teilen Lateinamerikas diskutiert, sei kein geeignetes Mittel gegen die Sucht, betonte der Papst in dem Hospital São Francisco de Assis. Man müsse die dahinter liegenden Probleme angehen, indem man sich etwa für mehr Gerechtigkeit einsetze.

Am Dienstagabend hatte die katholische Kirche mit einer Messe vor hunderttausenden Gläubigen in Rio de Janeiro ihren Weltjugendtag begonnen. An dem weltgrößten Katholikentreffen nehmen bis Sonntag etwa 1,5 Millionen Pilger teil, darunter etwa 2000 aus Deutschland. Papst Franziskus trifft an diesem Donnerstag erstmals mit den Weltjugendtagspilgern zusammen.

kle/sc/qu (epd, dpa, afpe, kna)

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