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Aktuell Nahost

Papst und Abbas drängen auf Nahost-Gespräche

Die Privataudienz im Vatikan verlief betont herzlich. Bei der Begrüßung ermunterte Papst Franziskus seinen Gast, Palästinenser-Präsident Abbas: "Seien Sie ein Friedensengel".

Neben dem fertig gestellten Grundlagenvertrag zwischen der römisch-katholischen Kirche und den Palästinensern war der Nahost-Konflikt eines der Themen des rund 20-minütigen Gesprächs zwischen Papst Franziskus und dem Chef der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas. Dabei hätten sie die Hoffnung ausgedrückt, dass es wieder zu direkte Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern kommt, um eine "richtige und nachhaltige" Lösung des Konflikts zu finden, teilte der Vatikan mit.

Grundsatz-Abkommen begrüßt

Bei der Gespräch sei es auch darum gegangen, den Terrorismus im Nahen Osten zu bekämpfen und den interreligiösen Dialog zu fördern, hieß es weiter. Franziskus und Abbas äußerten sich zudem sehr zufrieden über das Abkommen, in dem es um den Status der katholischen Kirche in den palästinensischen Gebieten geht. In diesem Vertrag, der bald unterzeichnet werden soll, hat der Vatikan Palästina offiziell als Staat anerkannt und damit Kritik in Israel ausgelöst.

In dem Abkommen spricht sich der Vatikan für eine Beilegung des Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern "auf Grundlage einer Zweistaatenlösung" aus. Der neue Vertrag fußt auf einem Grundlagenabkommen zwischen der Kirche und der Autonomiebehörde aus dem Jahr 2000. Mit Israel verhandelt der Vatikan weiterhin über die Umsetzung eines analogen Grundlagenvertrages von 1993.

Heligsprechung von zwei Nonnen

Abbas hält sich in Rom auf, um an diesem Sonntag an der Heiligsprechung der Ordensfrauen Marie Alphonsine Ghattas aus Jerusalem und Mariam Bawardi aus Galiläa durch den Papst teilzunehmen. Die Nonnen sind die ersten Palästinenserinnen, denen diese Ehrung der katholischen Kirche zuteil wird. Ghattas wurde im Jahr 1847 in Jerusalem geboren, starb 1927 und wurde 2009 von Papst Benedikt XVI. seliggesprochen. Bawardi wurde im Jahr 1843 in Galiläa - heute im Norden Israels - geboren, wirkte in Frankreich, starb 1878 in Bethlehem und wurde 1983 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen.

wl/gmf (dpa, afp, epd, kna)