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Aktuell Welt

Papst trifft Kubas Staatschef Raúl Castro

Papst Benedikt XVI. ist in Havanna mit dem kubanischen Präsidenten Raúl Castro zu einem privaten Gespräch zusammengekommen. Über den Inhalt wurde nichts bekannt. Ein Treffen mit Fidel Castro ist geplant.

Die Unterredung im Palast der Revolution dauerte nach Vatikanangaben rund 40 Minuten. Zu den Themen des Gesprächs gab es keine Informationen.

Castro empfing Benedikt XVI. am späten Nachmittag (Ortszeit) am Eingang des Palastes. In dem Gebäude befindet sich das Büro des Präsidenten. Es ist außerdem Sitz des Staatsrates und des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas. In der Eingangshalle waren militärische Ehrenformationen angetreten.

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Kuba: Benedikt spricht mit Castro

Fernsehübertragung abgebrochen

Mit einem Aufzug begaben sich Castro und der Papst in eines der oberen Stockwerke. Dort wurden die beiden von kirchlichen und staatlichen Würdenträgern begrüßt. Die Übertragung im kubanischen Fernsehen brach nach wenigen Minuten ab. Gezeigt wurde dann eine Dokumentation über den Vatikanstaat, bei der unter anderem die Einschränkung von Privatbesitz hervorgehoben wurde.

Nach der Unterredung tauschten Benedikt XVI. und Castro Geschenke aus. Der kubanische Präsident, der einen dunklen Anzug mit dunkelroter Krawatte trug, schenkte dem Papst eine Nachbildung der Marienstatue der "Virgen de la Caridad del Cobre". Benedikt XVI. hatte das Original des Gnadenbildes in Santiago de Cuba am Dienstag besucht.

Der Papst revanchierte sich mit einer originalgetreuen Nachbildung der lateinischen "Geographie des Ptolemäus" von Iacopo d'Angelo da Scarperia (1460-1470). Der Atlas aus dem Besitz der Vatikanischen Bibliothek enthält in 31 Abbildungen von Karten der damals bekannten Welt. Amerika und Kuba wurden um 1530 hinzugefügt.

Treffen mit Fidel Castro geplant

Parallel zu der Begegnung zwischen dem Papst und Castro trafen sich im Palast ranghohe Vertreter des Vatikan mit dem kubanischen Vize-Staatschef José Ramon Machado Ventura. Zu den Teilnehmern zählten unter anderem die Nummer zwei des Kirchenstaates, Kardinal Tarcisio Bertone. Bei dieser Zusammenkunft dürfte es um schwierige Themen gegangen sein, etwa um politische Gefangene, die US-Sanktionen gegen Kuba und die Forderung nach weitergehenden Rechten der katholischen Kirche in der kubanischen Gesellschaft.

Mit dem Vorgänger und Bruder von Raúl Castro, dem 85-jährigen Fidel Castro, hat Benedikt bisher nicht gesprochen. Der Ex-Staatschef kündigte aber an, er habe um eine Begegnung mit dem katholischen Kirchenoberhauot gebeten.

Am Morgen (Ortszeit) feiert der Papst eine Messe auf dem Platz der Revolution in Havanna. Am späten Nachmittag ist eine Abschiedszeremonie auf dem Internationalen Flughafen der Hauptstadt geplant, wo Benedikt auch eine Ansprache halten will. Gegen Abend reist er nach Rom zurück.

gri/haz (kna, dapd, afp)

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