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Aktuell Welt

Papst spricht deutsche Dienstmagd heilig

Papst Benedikt XVI. hat sieben für die katholische Kirche wichtige Persönlichkeiten heilig gesprochen. Die Feier war einer der Höhepunkte in dem von Benedikt ausgerufenen "Jahr des Glaubens".

Unter den in einem feierlichen Gottesdienst vor zehntausenden Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom vom Papst heilig gesprochenen ist die bayerische Mystikerin Anna Schäffer (1882-1925), die in ihrer Heimat seit Jahrzehnten als "Volksheilige" verehrt wird. Die Dienstmagd (Artikelbild) aus dem bayerischen Mindelstetten erlitt als junge Frau bei einem Arbeitsunfall schwere Verbrühungen an beiden Beinen, die nie verheilten und sie zweieinhalb Jahrzehnte lang ans Bett fesselten. Sie sprach vielen Menschen von ihrem Krankenbett Trost zu, die übereinstimmend von der großen Ausstrahlung Schäffers berichteten. Seit ihrem Tod ist ihr Grab Pilgerziel vieler Gläubiger.  Im Jahr 1999 soll eine Frau aus Bayern von einer schweren Bauchwassersucht geheilt worden sein, nachdem sie ihre Gebete an Schäffer gerichtet hatte.

Der Papst in der Menge auf dem Petersplatz (Foto:AFP/Getty Images)

Begeisterter Empfang für den Papst

Als erste Indianerin aus Nordamerika ist die Indianerein Kateri Tekakwitha (1656-1680) jetzt Heilige der katholischen Kirche. Tekakwitha, auch "Lilie der Mohawks" genannt, ließ sich im Alter von 20 Jahren von Missionaren des Jesuitenordens taufen. Die fast blinde Frau soll in der heutigen Grenzregion zwischen den USA und Kanada mehrere Wunderheilungen vollbracht haben.

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Die erste heilige Indianerin

Auch die aus Hessen gebürtige amerikanische Franziskanerin und Lepra-Missionarin Marianne Cope (1838-1918), der philippinische Märtyrer Pedro Calungsod (1654-1672), der französische Jesuit und Madagaskar-Missionar Jacques Berthieu (1838-1896), der italienische Arbeiter-Priester und Ordensgründer Giovanni Battista Piamarta (1841-1913) und die spanische Ordensfrau Maria del Monte Carmelo (1848-1911) können künftig als Heilige verehrt werden.

Der Papst würdigte in seiner Predigt auf dem Petersplatz den "heldenhaften Mut" der Heiliggesprochenen. Mit den Heiligsprechungen will der Papst in dem von ihm ausgerufenen "Jahr des Glaubens" auf Katholiken hinweisen, die durch Gottesnähe ein besonders Zeugnis ablegten und ein Zeichen gegen eine zunehmende Verweltlichung und Orientierungslosigkeit setzten.

Höchste Ehre

Die Heiligsprechung ist in der katholischen Kirche eine feierliche Erklärung des Papstes über das vorbildlich christliche Leben eines Menschen und über seine endgültige Aufnahme zu Gott. Nach dieser sogenannten "Kanonisation", die während eines Festgottesdienstes vollzogen wird, darf die betreffende Person weltweit verehrt werden. Der Heiligsprechung geht ein kirchlicher Prozess voraus, der über mehrere Instanzen führt. Dabei muss nachgewiesen werden, dass durch die Fürsprache des oder der Betroffenen Wunder geschehen sind.

Das gilt allerdings nicht für Menschen, die als Märtyrer, also wegen ihres Glaubens, gestorben sind. Vor einer Heiligsprechung steht die Seligsprechung. Bei ihr wird nur eine regionale Verehrung des Seligen zugelassen. Das Gesamtverzeichnis der Seligen und Heiligen der katholischen Weltkirche ("Martyrologium romanum") nennt rund 7000 namentlich bekannte Selige und Heilige.

qu/wl (dpa, dapd, afp, kna)

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