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Kultur

Papst ruft zu Frieden und Versöhnung auf

In einer Ostermesse mit zehntausenden Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom ermahnte Papst Benedikt XVI. die Christen in aller Welt zu einem friedlichen Miteinander. Seine Ostergrüße übermittelte er in 63 Sprachen.

Papst Benedikt XVI. bei der Ostermesse auf dem Petersplatz in Rom (Foto: AP)

Zehntausende Gläubige kamen zur Ostermesse auf den Petersplatz in Rom

Vor zehntausenden Menschen rief Benedikt am Ostersonntag (12.04.2009) dazu auf, Bosheit und Schlechtigkeit aus den Herzen zu vertreiben. "In seinem Leiden und Sterben offenbart sich Jesus als das Lamm Gottes, das am Kreuz geopfert wird, um die Sünden der Welt hinwegzunehmen", sagte der Papst auf dem Petersplatz. "Der Auferstandene geht uns voraus und begleitet uns auf den Straßen der Welt. Er ist unsere Hoffnung, er ist der wahre Friede der Welt", betonte das katholische Kirchenoberhaupt in seiner Predigt.

Der Papst verwies außerdem auf das jüdische Pessach-Fest. Das Pessach-Lamm, das zur Zeit Jesu in den jüdischen Familien geopfert wurde, sei ein zentrales Symbol des Gedenkens an die Befreiung aus der ägyptischen Knechtschaft. Jesus habe damit "die Tradition des alten Pessach zur Vollendung geführt und es in sein eigenes Pessach verwandelt".

Ostergrüße in 63 Sprachen

Nach der Ostermesse verlas Benedikt Ostergrüße in insgesamt 63 Sprachen. Auf Deutsch sagte er: "Euch allen ein gesegnetes und frohes Osterfest! Der Friede und die Freude des auferstandenen Herrn sei mit euch." Außerdem spendete er den traditionellen Ostersegen "Urbi et orbi" - "Der Stadt und dem Erdkreis".

Bei wechselhaftem Frühlingswetter zeigte sich der Himmel über dem Vatikan bedeckt. Die Zeremonie wurde in zahlreichen Ländern live im Fernsehen übertragen.

Osternacht im Petersdom

Papst Benedikt XVI. beim Ostersegen (Foto: AP)

Papst Benedikt XVI. beim Ostersegen

In der Osternacht hatte Benedikt XVI. mit tausenden Gläubigen im Petersdom einen Gottesdienst gefeiert. Zu Beginn der Zeremonie wurde in der Vorhalle das Osterlicht entzündet und dann in das Innere des Doms gebracht. Die Kerze, die die bis dahin im Halbdunkel liegende Basilika erhellte, symbolisiert die Auferstehung Jesu von den Toten.

Im Schein der Osterkerze rief Benedikt die Christen auf, inmitten der "Verwirrungen der Zeit" und der Suche nach Werten als Licht in der Welt zu scheinen. "Die Anziehungskraft der Liebe ist stärker als die des Hasses, die Anziehungskraft des Lebens ist stärker als die des Todes", sagte der Papst in seiner Predigt.

Zudem rief er die Christen auf, die Taufe als "Sakrament der Erleuchtung" zu leben. Fünf Gläubige aus Italien, China und den USA wurden in dem Gottesdienst getauft.

Erdbeben überschattet Feierlichkeiten

Die Feierlichkeiten werden in diesem Jahr überschattet von dem Erdbeben in den mittelitalienischen Abruzzen. Der Papst hatte zuletzt bei der Karfreitagsprozession an die Opfer des schweren Bebens erinnert, bei dem Anfang der Woche mehr als 290 Menschen ums Leben gekommen waren. (gri/wa/fw/dpa/afp/ap/rtr/kna)

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