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Afrika

Papst ruft in Angola zu Missionierung auf

Bei seiner Afrika-Reise hat Papst Benedikt XVI. die Christen in Angola zur weiteren Missionierung des Kontinents aufgerufen. Die Abschlussmesse am Sonntag (22.3.2009) verfolgten eine Million Menschen.

Papst Benedikt XVI. bei der Messe in der Peterskirche von Luanda (Foto: AP)

Papst Benedikt XVI. bei der Messe in der Peterskirche von Luanda

Die Gläubigen feierten am Sonntag den Gottesdienst von Papst Benedikt XVI. auf einem Außengelände in der Nähe von Luanda, der Hauptstadt von Angola. Der Papst bat seine Zuhörer, Hass und Gewalt abzuschwören und die Bemühungen um Gerechtigkeit, Frieden, Solidarität und Aussöhnung zu verstärken. Gleichzeitig sollten Abtreibung, Drogen oder familien-feindlicher Egoismus keine Chance mehr erhalten. Der Gottestdienst am Sonntag gilt als Höhepunkt des Papst-Aufenthaltes in Angola. Am Nachmittag steht noch ein Treffen mit einer katholischen Frauenorganisation an. Am Montag wird Papst Benedikt seine erste Afrikareise beenden.

Bereits am Samstag (21.3.2009) hatte sich Papst Benedikt XVI. in einer Messe an die Bevölkerung gewandt und vor der Gefahr gewarnt, falschen Utopien zu folgen. Auch fünf Jahrhunderte nach dem Beginn der Evangelisierung Angolas seien viele Menschen orientierungslos oder glaubten sich von unheilvollen Mächten und Geistern bedroht. Falschen Leitbildern zu folgen, würde der Glaube vermeiden.

Friedliches Zusammenleben auch mit Nichtgläubigen

Die Christen sollten all denen, die sich von bösen Mächten und Zauberei bedroht fühlten, die frohe Botschaft entgegensetzen, forderte das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche. "Unsere Aufgabe ist es, allen die Möglichkeit zu bieten, das ewige Leben zu erreichen", erklärte Benedikt. Zugleich ermahnte der Papst die Katholiken in Angola, friedlich mit Anhängern von Naturreligionen und Nichtgläubigen zusammenzuleben.

Tausende Angolaner säumten die Straßenränder (Foto: AP)

Tausende Angolaner säumten die Straßenränder

In einem Sportstadion der angolanischen Hauptstadt traf Benedikt am Samstagnachmittag auch mit zehntausenden Jugendlichen zusammen, um sie in der Aufbauarbeit nach fast drei Jahrzehnten Bürgerkrieg zu "Mut und Gottvertrauen" zu ermuntern. Überschattet wurde der Besuch in dem Stadion von einem tödlichen Zwischenfall. Stunden vor der Ansprache des Papstes kamen im Gedränge zwei Mädchen zu Tode.

Wirbel um Kritik an Abtreibungen

Zum Auftakt seines dreitägigen Besuchs in Angola hatte Benedikt XVI. am Freitag eine "entsetzliche Gewalt" gegen Frauen in Afrika beklagt. Zugleich kritisierte er die afrikanischen Staaten, die unter bestimmten Voraussetzungen Abtreibungen zulassen. Vatikan-Sprecher Federico Lombardi relativierte die Äußerungen des Papstes am Samstag, die falsch interpretiert worden seien.

Lombardi stellte klar, dass die katholische Kirche Abtreibungen akzeptiere, "wenn der Tod des Fötus nicht das Ziel ist, aber die Folge einer medizinischen Behandlung der Mutter", um deren Leben zu retten. Diese "indirekte Abtreibung" habe die Kirche immer zugelassen. Zu Beginn seiner Afrikareise hatte Benedikt bereits die Verteilung von Kondomen als das falsche Mittel im Kampf gegen Aids kritisiert und damit international Empörung ausgelöst.

(fw/di/wl/dpa/ap/kna/afp)

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