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Aktuell Asien

Papst ruft China und Vietnam zum Dialog auf

Papst Franziskus hat China und Vietnam zur diplomatischen Öffnung gegenüber dem Vatikan aufgerufen. Am vorletzten Tag seiner Südkorea-Reise kam er mit Bischöfen aus Asien zu einem Dialog zusammen.

Er hoffe sehr, dass auch jene asiatischen Länder, mit denen der Heilige Stuhl bislang noch keine vollständigen Beziehungen unterhalte, "nicht zögern, einen Dialog zum Wohl aller voranzutreiben", sagte Franziskus bei einem Treffen mit rund 70 asiatischen Bischöfen im rund 100 Kilometer südlich von Seoul entfernten Ort Haemi. Es gehe nicht nur um einen politischen Dialog, sondern auch um einen menschlichen und brüderlichen.

Der Papst forderte die Bischöfe auf, angesichts der Vielfalt der asiatischen Kulturen "kreativ und beweglich" zu sein und Einfühlungsvermögen zu zeigen. Dialog müsse "wesentlicher Bestandteil der Sendung der Kirche" in Asien sein. Dies erfordere "Offenheit gegenüber allen". Geist und Herz müssten sich öffnen, "um Einzelne und Kulturen anzunehmen".

Die Kirche bilde im weiten asiatischen Kontinent mit seinen alten Traditionen und Kulturen nur eine kleine Minderheit, räumte Franziskus ein. Aber sie habe die Aufgabe und die Pflicht, das Evangelium bis an die Enden der Erde zu bringen. Die Kirche wachse nicht durch unlautere Mitgliederwerbung, sondern durch Attraktivität, sagte er.

Derzeit unterhält der Heilige Stuhl volle diplomatische Beziehungen mit 180 Staaten. Keine Beziehungen gibt es mit totalitären Staaten wie der Volksrepublik China, Vietnam oder Nordkorea sowie mit Myanmar, Laos, Bhutan und Brunei. Auch Saudi Arabien oder Afghanistan entsenden keinen Botschafter an den Heiligen Stuhl. An der Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Vietnam arbeitet der Vatikan seit längerem. Das Verhältnis zu China gilt als schwieriger.

Als Ort für das Treffen mit den Bischöfen und später für den Abschluss des VI. Asiatischen Jugendtages hatte Papst Franziskus das malerisch gelegene Heiligtum von Haemi bei Seosan gewählt. Das von einer hohen Mauer aus groben Feldsteinen umgebene Kastell war ursprünglich zum Schutz gegen Piraten errichtet worden. Während der Christenverfolgung im 19. Jahrhundert diente es dann als Haft- und Hinrichtungsstätte für die Anhänger dieser neuen, angeblich "gefährlichen" Religion: Mehr als 3.000 Christen wurden hier getötet.

re/ml (dpa, rtr, kna)

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