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Aktuell Amerika

Papst ruft auf Kuba zur Erneuerung des Glaubens auf

Im kommunistisch regierten Kuba bilden die Katholiken eine Minderheit. Dennoch findet der Besuch des Papstes dort reges Interesse. Auch Staatschef Castro sucht die Begegnung mit Benedikt.

Pope Benedict XVI, top right, celebrates Mass at the Revolution Square in Santiago de Cuba, Cuba, Monday, March, 26, 2012. (AP Photo/Javier Galeano)

Papst zu Besuch in Kuba

Papst Benedikt XVI. ist in der kubanischen Hauptstadt Havanna eingetroffen, der letzten Station seiner Lateinamerika-Reise. Dort kam er zu einem Gespräch mit Präsident Raúl Castro zusammen, der ihn bereits am Montag auf dem Flughafen von Santiago empfangen hatte. Ob es in Havanna auch zu einer Begegnung mit dem früheren Revolutionsführer Fidel Castro kommt, ist unklar.

Mit einer feierlichen Messe auf dem Platz der Revolution geht der Besuch des Papstes in Kuba an diesem Mittwoch zu Ende.

Über den Inhalt des Gesprächs mit Raúl Castro wurde zunächst nichts bekannt. Zu Beginn des als Höflichkeitsbesuch bezeichneten Treffens stellte der Papst Castro die Bischöfe der katholischen Kirche Kubas vor. Später wollte der Papst mit den Bischöfen konferieren.

Gerüchte über Treffen mit Chávez

Der venezolanische Staatschef Hugo Chávez, der sich zu einer Krebsbehandlung in Kuba aufhält, wies unterdessen Gerüchte über ein Gesuch für ein Treffen mit Papst Benedikt XVI. zurück. Sein Aufenthalt auf Kuba falle lediglich mit dem Besuch des Papstes zusammen. Er werde sich überhaupt nicht in die Veranstaltungen im Rahmen des Papst-Besuches einmischen, versicherte der 57-Jährige im venezolanischen Fernsehen. Chávez begrüßte zugleich den Besuch Benedikts im "geliebten Kuba".

Schon Vatikansprecher Federico Lombardi hatte zuvor Gerüchte über ein mögliches Treffen des Papstes mit Chávez zurückgewiesen und betont, dass eine Bitte um ein Treffen nicht vorliege.

Auch Raúl Castro nimmt an Messe teil

In Santiago de Cuba im Osten der Insel hatte Benedikt am Montag zum Aufbau einer erneuerten und offenen Gesellschaft auf Kuba aufgerufen. Bei seiner ersten Messe in dem kommunistischen Land appellierte er an die Katholiken, sich "mit den Waffen des Friedens, der Vergebung und des Verständnisses am politischen Leben" zu beteiligen.

Unangekündigt nahm auch Staatspräsident Castro an der Messe teil. Nach Angaben des Vatikan waren insgesamt rund 200.000 Menschen zu dem Gottesdienst gekommen.

Pope Benedict XVI (L) and Cuba's President Raul Castro stand together after the Pope's arrival in Santiago de Cuba March 26, 2012. The Pope landed in eastern Cuba on Monday for a three-day visit to showcase improving Church-state relations and push for a larger Church role at a time of change on the communist island. REUTERS/Desmond Boylan (CUBA - Tags: POLITICS RELIGION)

Papst zu Besuch in Kuba

Der Zuspruch ist nicht selbstverständlich, denn in dem kommunistisch regierten Land bilden Katholiken eine Minderheit. Nur noch etwa zehn Prozent der Kubaner gelten als praktizierende Katholiken.

Benedikt mahnte die kommunistische Führung vorsichtig zu Reformen, gleichzeitig kritisierte er Auswüchse des Kaptialismus. Raúl Castro, der 2006 die Macht von seinem Bruder Fidel übernommen hatte, versicherte dem Papst, die Verfassung des Landes garantiere die vollständige Religionsfreiheit. Im übrigen seien die Beziehungen zwischen Staat und katholischer Kirche gut.

Der 84-jährige Benedikt hatte vor seiner Ankunft in Kuba Station in Mexiko gemacht. In dem mittelamerikanischen Land hatte er vor allem die Gewalt angeprangert, die durch rivalisierende Band ausgeübt wird und denen bereits 50.000 Menschen zum Opfer fielen. Insbesondere die Kinder müssten vor dem sozialen Unfrieden bewahrt werden, mahnte der Papst. Das Lächeln der Kinder dürfe nicht augelöscht werden, betonte er.

Rückkehr nach Rom

Während des dreitägigen Aufenhalts in Mexiko war Benedikt von einer Welle der Begeisterung getragen worden. Hunderttausende säumten die Straßen und nahmen an einer Messe unter freiem Himmel teil. Immer wieder waren "Benedicto, Benedicto"-Rufe zu hören. Am späten Mittwochabend reist der Papst zurück nach Rom.

haz/gri (kna, dpa, rtr)