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Aktuell Europa

Papst predigt gegen Ausbeutung von Textilarbeitern in Europa

Papst Franziskus erinnerte in der italienischen Stadt Prato an die Opfer eines Fabrikbrandes vor zwei Jahren. Er rief dazu auf, menschenwürdige Arbeitsbedingungen zu schaffen und gegen Korruption vorzugehen.

Papst Franziskus hat die Ausbeutung von Arbeitern auch in Europa angeprangert. Die Würde des Menschen verlange, dass die Gesellschaft den "Krebs der Korruption" und das "Gift der Illegalität" auf dem Arbeitsmarkt ausrotte, sagte er bei einem Besuch in Prato, einem Zentrum der italienischen Textil- und Lederindustrie nahe Florenz. "Werden wir niemals müde, für die Wahrheit zu kämpfen", rief der Papst vom Balkon der Kathedrale den mehreren Tausend Menschen zu, darunter viele chinesische Arbeiter, die in der toskanischen Stadt für Billigproduzenten aus China unter oft menschenunwürdigen Bedingungen beschäftigt sind.

Unmenschliche Arbeitsbedingungen

Franziskus erinnerte in seiner Ansprache an sieben chinesische Textilarbeiter, die vor zwei Jahren bei einem Fabrikbrand umgekommen waren. Die fünf Männer und zwei Frauen waren illegal eingewandert und schliefen in Kartons in ihrer Werkshalle. Der Papst sprach von einer "Tragödie der Ausbeutung und unmenschlichen Lebensbedingungen". Jeder Mensch habe das Recht auf eine würdige Arbeit. Er rief dazu auf, gegenüber solchen Zuständen nicht gleichgültig zu bleiben. "Wir sind gerufen, hinauszugehen und uns den Menschen und Frauen unserer Zeit zu nähern. Sicher, hinausgehen bedeutet auch, etwas zu riskieren. Aber ohne Risiko gibt es keinen Glauben", so Franziskus.

"Made in Italy"

Die italienische Textilindustrie beschäftigt rund 35.000 Menschen in mehr als 7000 Betrieben. Stoffe, Strickwaren und Kleidungsstücke aus Prato machen 17 Prozent aller italienischen Textilexporte aus. Die Produkte mit dem Label "Made in Italy" werden zu einem Großteil in von Chinesen geführten Fabriken unter fragwürdigen Arbeitsbedingungen hergestellt.

mz/cr (KNA, DPA, AFP)

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