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Aktuell Welt

Papst mahnt zur gewissenhaften Umsetzung des Klimaabkommens

Der Jubel nach der Unterzeichnung des als "historisch" bezeichneten Pariser Abkommens hat auch die großen deutschen Kirchen erfasst. Doch dürften sich die Staaten jetzt nicht zurücklehnen, warnen sie.

"Die Umsetzung erfordert ein gemeinsames Engagement und einen großzügige Einsatz jedes Einzelnen", betonte Papst Franziskus im Hinblick auf das in Paris unterzeichnete Klimaabkommen. "Die internationale Gemeinschaft ermahne ich, den eingeschlagenen Weg der tatkräftigen Solidarität fortzusetzen", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche in Rom. Dabei müssten vor allem die vom Klimawandel am meisten betroffene Staaten "besondere Aufmerksamkeit erhalten".

Erst vor wenigen Monaten hatte Franziskus in der päpstlichen Enzyklika "Laudato Si" auf knapp 200 Seiten einen entschlossenen Kampf gegen den Klimawandel gefordert. Seitdem machte er sich bei Staatsbesuchen und anderen Gelegenheiten immer wieder für Umwelt- und Klimaschutz stark.

"Historisch" und "Riesenerfolg"

Auch die beiden großen Kirchen in Deutschland würdigten den Weltklimavertrag von Paris als historische Übereinkunft. "Die Verpflichtung darauf, den Klimawandel auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen und das Ziel der Begrenzung auf 1,5 Grad Celsius mit aufzunehmen, ist ein historischer Schritt", erklärte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm. "Für mich ist dieses Abkommen vor allem ein Riesenerfolg für die weltweite Zivilgesellschaft und damit eine große Ermutigung für alle, die sich nicht mit dem Zustand der Welt zufrieden geben, sondern sich für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung engagieren", unterstrich der oberste Repräsentant der deutschen Protestanten.

Klatschende Delegierte nachdem das Paris Klimaabkommen beschlossen wurde (Foto: Getty Images/AFP)

Freude bei den Delegierten: Nach zweiwöchigen Verhandlungen steht das Pariser Abkommen

Schick: "Paris ist erst der Anfang"

Für die katholische Kirche äußerte sich der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick zu den Ergebnissen des Klimagipfels. Es sein ein "historischer Durchbruch", lobte er, mahnte jedoch gleichzeitig: "Paris ist aber erst der Anfang." Jetzt komme es auf die nationalen und internationalen Aktionspläne an. "Denn wir alle stehen bei der Umsetzung der Klimaschutzziele in der Pflicht", appellierte er. Nötig sei vor allem "eine Änderung unserer Wirtschafts- und Lebensstile".

Die von den allermeisten Ländern zugesagten Klimaschutzmaßnahmen blieben noch weit hinter den in Paris formulierten Zielen zurück, erklärte Schick. Jetzt müsse entschieden nachgebessert werden. Die Möglichkeiten hierfür seien gegeben, da das Pariser Abkommen einen Mechanismus zur Überprüfung und Anpassung der zugesagten nationalen Klimaschutz-Maßnahmen vorsieht, erläuterte der Erzbischof.

Pariser Errungenschaften

Die internationale Gemeinschaft verabschiedete am Samstag in Paris ein neues internationales Klimaschutz-Abkommen. Es ist das erste Mal, dass sich alle 195 beteiligten Staaten vertraglich dazu bekennen, Anstrengungen im Kampf gegen den Klimawandel zu unternehmen.

Der Vertrag sieht eine Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 bis zwei Grad vor. Zudem ist festgelegt, die Netto-Emissionen in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts auf null zu senken. Ebenfalls im Vertrag festgeschrieben: Die selbstgesteckten Klima-Ziele der einzelnen Länder sollen alle fünf Jahre überprüft und nachgebessert werden. Außerdem soll es ein System von Berichtspflichten und Transparenzregeln geben. Den besonders bedrohten Ländern sagte die Staatengemeinschaft mit dem Abkommen Unterstützung im Fall klimabedingter Schäden zu.

nin/kle (dpa, epd, kna)