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Kultur

Papst mahnt zu mehr Umweltschutz

Zum Beginn des offiziellen Teils seiner Australienreise hat Papst Benedikt XVI. zu verstärkten Bemühungen um den Umweltschutz aufgerufen. 150.000 junge Katholiken jubelten dem Oberhaupt der katholischen Kirche zu.

Papst Benedikt XVI begrüßt bei seiner Ankunft im Hafen von Sydeney die Gläubigen (Foto: dpa)

Papst Benedikt XVI begrüßt bei seiner Ankunft im Hafen von Sydeney die Gläubigen, Quelle: dpa

Der Papst mit einer Gruppe Aborigines, Quelle: AP

Der Papst mit einer Gruppe Aborigines

Papst Benedikt XVI. hat die christliche Jugend der Welt am Donnerstag (17.07.2008) aufgefordert, Farbe zu bekennen. "Sprecht mutig von eurem Glauben, auch wenn ihr zuweilen auf Widerspruch stoßt und das Kreuz der Ablehnung erfahrt!", rief er mehr als 150.000 Pilgern zu, die ihm nach seiner Ankunft im Hafen von Sydney zujubelten. Bei seinem ersten Auftritt auf dem diesjährigen Weltjugendtag warnte er die Menschheit zudem vor dem "unersättlichen" Verbrauch der natürlichen Ressourcen und rief zu mehr Umweltschutz auf. Außerdem geißelte er in seiner Ansprache Fernsehen und Internet für die Ausbeutung der Themen Sex und Gewalt zu Unterhaltungszwecken.

Warten an der Hungermeile

Der Papst war sichtlich bewegt von der Begeisterung, die ihm entgegenschlug. Immer wieder hob er die Hände zum Gruß und zur Segnung der jungen Leute aus mehr als 170 Ländern. Die meisten hatten seit Stunden an der "Hungermeile", wo in der großen Depression der 1930er Jahre hungernde Arbeiter um Hafenjobs gefleht hatten, auf den Papst gewartet. Das Schiff mit dem Kirchenoberhaupt legte nach einer halbstündigen Fahrt vorbei an der einzigartigen Kulisse des Hafens mit dem Opernhaus bei strahlendem Sonnenschein am Ufer an. Benedikt stand an der Reling, eng umringt von ausgewählten jungen Leuten, die ihn auf der Fahrt begleiten durften.

T-Shirt mit der Aufschrift Es gibt keinen Gott , Quelle: AP

Der Papst-Besuch mobilisiert auch Atheisten

Der Papst verurteilte die zunehmende Säkularisierung. "Viele sagen, Gott sollte außen vor gelassen werden, Religion und Glaube hätten im öffentlichen Leben nichts zu suchen", sagte der Papst. Diese Haltung solle neutral sein, und alle einschließen. "Aber wie jede Ideologie zwingt auch der Säkularismus eine Weltsicht auf. Wenn Gott im öffentlichen Leben irrelevant ist, wird die Gesellschaft als gottloses Abbild geformt", sagte er.

Lob für Australiens Regierung

Begleitet von Gläubigen fährt der Papst auf seinem Schiff am Opernhaus von Sydney vorbei, Quelle: AP

Begleitet von Gläubigen fährt der Papst auf seinem Schiff am Opernhaus von Sydney vorbei

Zuvor hatte das katholische Kirchenoberhaupt die australische Regierung für ihre Entschuldigung bei den Ureinwohnern des Kontinents gelobt. Die Regierung von Ministerpräsident Kevin Rudd bemühe sich, die Kluft zwischen den Aborigines und dem Rest der Bevölkerung zu schließen, sagte der Papst bei der Begrüßungszeremonie in Sydney. Die Aborigines bildeten einen wichtigen Teil der australischen Kultur. "Dieses Beispiel der Versöhnung gibt Völkern in der ganzen Welt Hoffnung, die sich danach sehnen, dass ihre Rechte und ihr Beitrag zur Gesellschaft anerkannt werden", sagte Benedikt in seiner Ansprache. Rudd hatte sich im Februar bei den Aborigines offiziell für das erlittene Unrecht entschuldigt. Der Minderheit gehören in Australien rund 450.000 Menschen an. Die Ureinwohner stellen die ärmste Bevölkerungsgruppe des Landes.

Premierminister Kevin Rudd und seine Frau Theresa mit dem dem Papst (M.), Quelle: AP

Premierminister Kevin Rudd und seine Frau Theresa mit dem dem Papst (M.)

Benedikt hatte sich seit seiner Ankunft am Sonntag in einem Studienzentrum des Opus Dei von dem rund 20-stündigen Flug erholt. Für die kommenden Tage sind Begegnungen mit Vertretern anderer Kirchen und Religionen sowie eine Open-Air-Messe anlässlich des Weltjugendtages geplant. Die große Abschlussmesse in Sydney, zu der rund 400.000 Menschen erwartet werden, bildet den Höhepunkt der neunten Auslandsreise des Papstes. Eine von Opfern sexuellen Missbrauchs durch Priester geforderte Begegnung mit Betroffenen steht bislang nicht auf dem Programm. (stu)

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