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Aktuell Welt

Papst in Rio stürmisch empfangen

Papst Franziskus ist bei seiner Ankunft in Brasilien von einer begeisterten Menge empfangen worden. Sein Fahrzeug-Konvoi kam in Rio nur langsam voran. Es gab aber auch Proteste gegen die Kosten des Besuchs.

Papst Franziskus fährt in Rio durch eine jubelnde Menschenmenge (Foto: Reuters)

Papst Franziskus in Brasilien

Vom Flughafen von Rio de Janeiro aus ließ sich Franziskus in einem Kleinwagen zum Regierungspalast in der brasilianischen Metropole chauffieren. Die acht Kilometer durch teils ärmliche Stadtteile legte das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche mit kleiner Eskorte in einem Fiat Idea mit vatikanischem Kennzeichen zurück. Franziskus saß mit Rios Erzbischof Orani Joao Tempesta unangeschnallt und bei offenem Fenster auf der Rückbank. Es war der ausdrückliche Wunsch von Franziskus, bei der Reise nicht das gepanzerte Mercedes-Papamobil mit schusssicherem Glasaufbau zu benutzen.

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Papst Franziskus erobert Rio

Für die Sicherheitskräfte bedeutete dies Stress und höchste Alarmstufe: Nur mit Mühe gelang es ihnen, die Menschen vom Wagen des Kirchenoberhaupts abzudrängen.  Es kam zu Rangeleien. Einigen Menschen gelang es, durch das offene Seitenfenster Gegenstände in das Wageninnere zu reichen. Franziskus selbst blieb nach den Fernsehbildern aus einem begleitenden Hubschrauber augenscheinlich gelassen. Als die Wagenkolonne an der Kathedrale von Rio ankam, stieg der Papst in einen offenen Geländewagen (Artikelbild) um und fuhr durch die Straßen des Zentrums, wo ihn Zehntausende Menschen am Straßenrand begrüßten.

Anlass der ersten Auslandsreise von Franziskus ist der Weltjugendtag, der am heutigen Dienstag in Rio beginnt. An dem Großereignis werden bis zu 1,5 Millionen Menschen aus rund 170 Ländern teilnehmen, darunter etwa 1800 aus Deutschland. Daneben will der aus Argentinien stammende Papst besonders auf die Armen und Benachteiligten in Brasilien zu gehen. Unter anderem ist der Besuch eines Armenviertels und ein Treffen mit Straftätern geplant. Nahe einem Schrein, den Franziskus am Mittwoch in Brasilien besuchen will, ist ein Sprengsatz entschärft worden. Dies teilte die brasilianische Armee mit. Näheres ist noch nicht bekannt. Die Rückreise nach Rom ist für Sonntagabend geplant. Insgesamt stehen während der knapp einwöchigen Reise 13 öffentliche Ansprachen auf dem Programm des Papstes.

In der Nähe des Gouverneurspalastes in Rio, in  dem sich Franziskus mit der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff traf, protestierten einige hundert Menschen gegen die Kosten des Papst-Besuchs. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein, um die Demonstranten zu vertreiben. Ein Polizist und ein Reporter wurden durch von den Demonstranten geschleuderte Brandsätze verletzt.

Der Besuch des Papstes und der Weltjugendtag kosten den brasilianischen Steuerzahler mehr als 40 Millionen Euro. In Brasilien waren im Juni hunderttausende meist jugendliche Demonstranten gegen Korruption und die Verschwendung von Steuermitteln etwa für die Fußballweltmeisterschaft 2014 und die Olympischen Spiele 2016 auf die Straße gegangen. Teilweise gab es gewaltsame Zusammenstöße mit der Polizei.

wl/qu (kna, dpa, afp)

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