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Aktuell Europa

Papst Franziskus empfängt Kanzlerin Merkel zur Privataudienz

Zum zweiten Mal seit seinem Amtsantritt hat Papst Franziskus Bundeskanzlerin Merkel zu einer Privataudienz empfangen. Es ging um einen Austausch über die Weltlage.

Fast fünfzig Minuten redeten das Kirchenoberhaupt und die Bundeskanzlerin miteinander – eine ungewöhnlich lange Audienz. "Ich hatte die Freude, Papst Franziskus die Agenda der deutschen G7-Präsidentschaft vorzustellen", sagte Merkel nach dem Treffen. Zu den Themen gehörten unter anderem die Armutsbekämpfung mit dem Schwerpunkt Gesundheit. Als Beispiel für das deutsche Engagement berichtete die Kanzlerin Franziskus, die Bundesregierung habe Mittel für die Impfung von 300 Millionen Kindern in Afrika zur Verfügung gestellt.

Auf der G7-Agenda stünden aber auch Themen wie die Rolle der Frau in Entwicklungsländern und die Gleichberechtigung. Deutschland hat in diesem Jahr die Präsidentschaft der sieben führenden Industrienationen inne. Das G8-Format unter Einschluss Russlands ist wegen des Ukraine-Konflikts derzeit ausgesetzt.

"Wir geben uns Mühe"

Die Begegnung sei bereichernd gewesen, sagte die Kanzlerin bei einem anschließenden Besuch der katholischen Basisgemeinde San Egidio. Mit Blick auf den Bemühungen zur Lösung des Ukraine-Konflikts sagte sie, der Papst habe ihr Mut gemacht, dabei "entschieden und entschlossen " vorzugehen.

Vatikan Kanzlerin Angela Merkel zu Besuch bei Papst Fanziskus (Foto: Reuters)

Ein intensiver Meinungsuaustausch

Als Gastgeschenk für das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche hatte Merkel eine Spende für Flüchtlingskinder und CDs mit Musik des Barockkomponisten Johann Sebastian Bach mitgebracht. Papst Franziskus schenkte ihr als Erinnerung an die Schutzverantwortung der Politiker für alle Menschen eine Sankt-Martins-Medaille. Die Kanzlerin bedankte sich für die Ermahnung mit den Worten: "Wir geben uns Mühe." Merkel lud Franziskus nach Angaben von Vatikansprecher Federico Lombardi auch zu einem Besuch in Deutschland ein. Bisher war der aus Argentinien stammende Papst noch nicht in der Bundesrepublik gewesen. In diesem Jahr ist das bisher auch nicht vorgesehen.

Umfangreiches Programm

Es war bereits das dritte Treffen der aus einem protestantischen Pfarrhaus stammenden CDU- Politikerin mit dem Oberhaupt der katholischen Kirche.

Im Anschluss an die Begegnung mit Papst Franziskus traf die Bundeskanzlerin mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, dem Außenminister des Vatikan, zusammen. Zudem stand eine Begegnung mit Vertretern aus den kirchlichen, wissenschaftlichen und künstlerischen Bereichen auf dem Programm.

Zu einem Empfang im katholischen Kloster Sant'Egidio in Rom hatte die deutsche Botschafterin beim Heiligen Stuhl, Annette Schavan, geladen. Dabei traf sich die Kanzlerin mit dem Gründer der gleichnamigen katholischen Gemeinschaft, Andrea Riccardi. Die Organisation, die sich weltweit unter anderem als Vermittler bei Friedensverhandlungen engagiert, hatte im Jahr 2011 ein interreligiöses Friedenstreffen in München organisiert, an dem auch Merkel teilgenommen hatte. Bereits am Freitagabend hatte die Kanzlerin nach Angaben aus dem Vatikan die Sixtinische Kapelle und die Vatikanischen Museen besucht.

gmf/se (afp, dpa, epd)