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Aktuell Europa

Papst Franziskus besucht Lampedusa

Es ist die erste Reise in seiner Amtszeit: Papst Franziskus besucht die Mittelmeerinsel Lampedusa. Dort stranden immer wieder Tausende von Flüchtlingen - vor allem aus Afrika.

Papst Franziskus setzt auf seiner ersten Reise direkt ein Zeichen: Er will sich für die Armen und Bedüftigen einsetzen - Solidarität zeigen. So ist die Mittelmeerinsel Lampedusa, wo allein im vergangenen halben Jahr etwa 4000 Flüchtlinge aus aller Welt ankamen, mit Bedacht gewählt. Das Oberhaupt der katholischen Kirche landete auf Lampedusa nur eine knappe halbe Stunde nachdem dort erneut ein Boot mit 166 Flüchtlingen an Bord aufegriffen worden war.

Hoffnung auf ein besseres Leben

Sie verlassen ihre Heimat aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen, in der Hoffnung auf ein besseres Leben in Europa. So wagen die Flüchtlinge dann die gefährliche Überfahrt in meist überfüllten und wenig seetüchtigen Booten. Dabei kommen immer wieder zahlreiche Menschen ums Leben. In den vergangenen drei Jahrzehnten sind dabei Schätzungen zufolge mindestens 20.000 Männer, Frauen und Kinder ertrunken oder verdurstet. Zu ihrem Gedenken legte der Papst einen Kranz ins Meer ab.

Papst Franziskus trifft Flüchtlinge aus Afrika (Foto: dpa)

Papst Franziskus gab Flüchtlingen die Hand

Danach traf Franziskus Flüchtlinge und Bewohner der Insel. Bei der von ihm gehaltenen Messe auf dem Sportplatz der Insel beklagte der Papst eine "Globalisierung der Gleichgültigkeit". Diese mache alle zu "anonymen Verantwortlichen ohne Namen und ohne Gesicht". Unter dem Deckmantel der Anonymität versuche jeder, die Zuständigkeit von sich zu weisen. Ein Christ dürfe sich aber nicht aus der Verantwortung stehlen. Reiche Länder müssten mehr Flüchtlinge aufnehmen und sicherstellen, dass sie in Würde leben könnten, mahnte Franziskus. Gleichzeitig dankte er den Bewohnern der Insel und allen freiwilligen Helfern, die sich um das Schicksal der Flüchtlinge kümmerten. Etwa 10.000 Menschen nahmen an der Messe teil.

Dass Franziskus seine erste Reise außerhalb Roms auf die Flüchtlingsinsel mache, sei ein "starkes Signal" an die Regierungen, ihre Einwanderungspolitik zu überdenken, hatte der für Flüchtlinge zuständige Kardinal Antonio Mario Veglio schon vor der Reise erklärt.

as/wa (afp, dpa, rtr, kna)

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