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Papst Franziskus

Papst Franziskus beendet Kolumbienreise

Der Papst ist hart im Nehmen. In Kolumbien stieß sich Franziskus bei der Fahrt im Papamobil am Auge. Dennoch setzte er sein Besuchsprogramm bis zum Abschluss der Reise ungerührt fort.

Papst Franziskus hat seine fünftägige, ganz im Zeichen des historischen Friedensprozesses stehende Kolumbienreise beendet und ist zurück nach Rom geflogen. Rund vier Millionen Menschen kamen zu den Messen in Bogotá, Villavicencio, Medellín und am Ende in Cartagena. Immer wieder mahnte der Papst zur Aussöhnung und Vergebung, um nach rund 50 Jahren Konflikt einen stabilen Frieden zu erreichen.

Die Reise war begleitet von vielen Emotionen und bewegenden Begegnungen mit Opfern des Konflikts. Der Vatikan hatte die Friedensverhandlungen mit der FARC-Guerilla unterstützt. "Der Schlüssel sind die Menschen", sagte er in Cartagena mit Blick auf den schwierigen Friedensprozess. Dort ging er auch scharf ins Gericht mit dem Drogenhandel - Kolumbien ist der größte Kokainproduzent der Welt. 

Kampf dem Drogenhandel

"Ich verurteile diese Geißel, die so viele Leben gekostet hat, und von skrupellosen Leuten gesteuert wird." Am letzten Tag hatte der Papst auch einen indirekten Appell an den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro gerichtet, auf jede Art von Gewalt zu verzichten und eine Lösung der Krise zu finden. Ihm
wird die Errichtung einer Diktatur vorgeworfen.

Eine Schrecksekunde gab es bei einer Fahrt mit dem Papamobil in Cartagena. Der 80-Jährige stieß bei einer wackeligen Fahrt mit dem Kopf gegen den linken vorderen Pfosten des Glasaufbaus. Das Missgeschick geschah, als er ein kleines Kind grüßen wollte und das Papamobil offensichtlich bremste.

Franziskus blutete leicht an der Augenbraue und setzte mit Blutflecken auf dem weißen Schulterumhang, der Mozzetta, seinen Besuch in der Karibikmetropole fort. Vatikansprecher Greg Burke bestätigte, Franziskus habe sich am linken Jochbein und an der Augenbraue verletzt.

Begeisterung in Cartagena

Ein Begleiter im Papamobil tupfte danach immer wieder die blutende Augenbraue ab, während das Oberhaupt der katholischen Kirche weiter den Menschen zuwinkte. In Cartagena empfingen ihn hunderttausende Menschen begeistert, für das Papamobil gab es zeitweise kaum ein Durchkommen, immer wieder gerieten die Leibwächter ins Schwitzen.

Hunderttausende Kolumbianer säumten die Straßen beim Besuch des Papstes (picture-alliance/AP Images/A. Medichini)

Hunderttausende Kolumbianer säumten die Straßen beim Besuch des Papstes

Nach Ende der Fahrt durch die Menschenmassen bekam er einen neuen weißen Schulterumhang und die Braue zierte ein kleines Pflaster. Zuvor war er mit Eis gegen die Schwellung behandelt worden. Das Auge war leicht geschwollen. Cartagena war die letzte Station der fünftägigen Kolumbienreise von Papst Franziskus. Im Mittelpunkt seiner 20. Auslandsreise stand sein Werben für Aussöhnung und einen Erfolg des Friedensprozesses nach über 50 Jahren Konflikt mit rund 220.000 Toten und schätzungsweise 7,5 Millionen Vertriebenen.

haz/stu/cgn (dpa, kna)