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Aktuell Amerika

Papst fordert Kampf gegen Drogenhandel

Mexiko darf sich nicht mit der Gewalt der Drogenkartelle abfinden, mahnt Papst Benedikt XVI. bei seinem Besuch. Präsident Calderón dankt ihm für diese "Geste der Solidarität". Doch der Drogenkrieg geht weiter.

Papst Benedikt XVI. hat in Mexiko die dortige Drogenkriminalität scharf verurteilt. "Wir müssen alles Mögliche tun, um dieses Übel, das unsere Jugend zerstört, zu bekämpfen", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche beim Flug in das zentralamerikanische Land. Im mexikanischen Drogenkrieg zwischen rivalisierenden Banden und der Polizei wurden nach Schätzungen von Menschenrechtlern seit 2006 mehr als 50.000 Menschen getötet.

Krieg geht weiter

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Papst Benedikt XVI. in Mexiko

In den mexikanischen Medien fanden die Papst-Worte eine breite Resonanz. Und Staatschef Felipe Calderón würdigte den Besuch des Papstes als eine "Geste der Solidarität mit unserem Volk, die wir nie vergessen werden". Sein Land sei in einer "schwierigen Lage", räumte er ein.

Bewirkt haben die Worte des Papstes indes wenig: Am Ankunftstag des Papstes starben landesweit zwei Dutzend Menschen im Drogenkrieg - ungeachtet eines Aufrufes mexikanischer Bischöfe, doch wenigstens während des Besuchs des Heiligen Vaters die Gewalt einzustellen.

Kritik an Calderón

Präsident Calderón trage eine Mitverantwortung dafür, dass so viele Menschen im Drogenkrieg sterben, kritisierte Raul Vera Lopez, einer der bekanntesten Bischöfe des Landes. Calderon führe den Kampf gegen das organisierte Verbrechen seinerseits mit Rechtsverstößen. Der Christdemokrat werde am Sonntag "mit einer Reihe von 60.000 Toten zum Gottesdienst gehen", sagte er.

Benedikt XVI. war am Freitag in Mexiko eingetroffen. Laut lokalen Medien säumten 300.000 Menschen die Straße, als der Papst vom Flughafen Guanajuato in die Stadt León führ. Auf dem Reiseprogramm des Kirchenoberhauptes stehen unter anderem ein Gespräch mit Präsident Felipe Calderon in Guanajuato. Die Hauptstadt Mexiko-Stadt besucht der 85-Jährige wegen der Höhenlage nicht. Am Montag reist der Papst nach Kuba weiter.

det/kle (afp, dpa, kna)

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