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Welt

Papst für Frieden und Dialog

Papst Benedikt XVI. hat in seiner Weihnachtsbotschaft zu Versöhnung und Frieden in der Welt aufgerufen. Einen besonderen Blick widmete er den Regionen im Nahen Osten und Afrika, sowie dem südostasiatischen Staat Birma.

Papst Benedikt XVI. (Foto:dapd)

Papst Benedikt XVI.

Für Benedikt XVI. ist es bereits das siebte Weihnachtsfest als Papst - und zehntausende Gläubige waren am Sonntagvormittag (25.12.2011) auf den Petersplatz gekommen, um dabei zu sein, wenn der inzwischen 84-Jährige von der Loggia des Petersdoms aus wieder seine Weihnachtsbotschaft verkündet. Darin mahnte das Oberhaupt der katholischen Kirche dringend, die Friedensverhandlungen in Israel wieder aufzunehmen.

Eindringlich forderte er ein Ende der Gewalt in Syrien, "wo schon so viel Blut vergossen worden ist". Im Hinblick auf die weiteren Revolten in der arabischen Welt bat Benedikt XVI. um "neue Kraft beim Aufbau des Allgemeinwohls". Er würdigte zudem die demokratischen Entwicklungen im südostasiatischen Birma (Myanmar). Dort müssten Dialog und Zusammenarbeit zu "gemeinsamen Lösungen" führen. Mit Blick auf die anhaltenden Konflikte in Afrika äußerte sich der Papst besorgt über mangelnde Stabilität.

Urbi et Orbi

Zum Abschluss der Feierlichkeiten auf dem Petersplatz spendete der Papst den traditionellen apostolischen Segen Urbi et Orbi (der Stadt und dem Erdkreis). Außerdem verlas er in 65 Sprachen Weihnachtsgrüße. Auf Deutsch sagte Benedikt XVI.: "Die Geburt Jesu Christi, des Erlösers der Menschen, erfülle Euer Leben mit tiefer Freude und reicher Gnade; sein Friede möge in Euren Herzen wohnen. Gesegnete und frohe Weihnachten!"

Botschaft gegen den Kommerz

Altarraum im Petersdom mit Papst und Ministranten

Die Christmette fand aus Rücksicht auf das Alter des Papstes schon früher statt

Bei der zweistündigen Messe am Samstagabend im überfüllten Petersdom hatte der Papst beklagt, dass Weihnachten zu einem "Fest der Geschäfte" geworden sei. Christen sollten "durch die glänzenden Fassaden dieser Zeit hindurchschauen bis zum Kind im Stall zu Bethlehem", wo nach christlicher Überlieferung Jesus geboren wurde. Vom Weihnachtsfest gehe eine Botschaft zu Demut und Einfachheit aus, so Benedikt. Zugleich mahnte er Solidarität mit den Menschen an, die Weihnachten in Armut, Leid und Unterwegssein feiern müssten. Mit Nachdruck rief Benedikt XVI. bei der Christmette zu Frieden und Gewaltlosigkeit in der Welt auf. Die Christen seien angesichts der andauernden Gewalt in vielen Teilen der Welt angehalten, Friedensstifter zu werden, damit der Friede Gottes in der Welt siege.

Zu Beginn der Zeremonie hatten Helfer den 84-Jährigen auf einer fahrbaren Plattform durch den Mittelgang des Petersdoms zum Altar geschoben. Benedikt benutzt das Hilfsmittel - wie bereits sein Vorgänger - um Kräfte zu sparen, aber auch um besser von den Gläubigen gesehen zu werden. Angesichts des strapaziösen Programms des Papstes am Ersten Weihnachtsfeiertag wurde die Messe bereits vor einigen Jahren von Mitternacht auf 22 Uhr vorverlegt. Am Ende der Mette wirkte der Papst erschöpft, ein Husten hatte zudem immer wieder seine Predigt unterbrochen.

Sehnsucht nach Frieden auch in Bethlehem

Fuad Twal mit einer Jesusstatue (Foto:dapd)

Der lateinische Patriarch Fuad Twal

Auch in Bethlehem versammelten sich zehntausende Pilger zu den Weihnachtsfeierlichkeiten. Der lateinische Patriarch von Jerusalem, Fuad Twal, erbat in seiner Predigt für den Nahen Osten "Frieden, Stabilität und Sicherheit". Außerdem warb er in der Christmette für "Versöhnung in Syrien, Ägypten, dem Irak und Nordafrika". Der Patriarch von Jerusalem ist die höchste katholische Autorität im Heiligen Land.

Darüber hinaus kritisierte Twal den Umgang mit den Palästinensern. Diese hätten sich kürzlich an die Vereinten Nationen gewandt "in der Hoffnung, eine gerechte Lösung" des Nahost-Konflikts zu finden. Doch sie seien nur aufgefordert worden, sich "erneut in einem gescheiterten Friedensprozess zu engagieren", der einen "bitteren Nachgeschmack von gebrochenen Versprechen und Misstrauen" habe. An der Messe nahm auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas teil, der im September in New York einen Antrag auf UN-Vollmitgliedschaft für die Palästinenser gestellt hatte - ohne große Aussichten auf Erfolg.

Autor: Sabine Faber (kna, dpa, dapd, afp)

Redaktion: Hans Ziegler

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