1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Welt

Papst erhebt 22 Geistliche in den Kardinalsstand

In einer feierlichen Zeremonie im Petersdom hat Papst Benedikt XVI. 22 neue Kardinäle in ihr Amt eingeführt. Unter ihnen sind auch der Berliner Erzbischof Woelki und der deutsche Jesuitenpater Becker.

Im Rahmen seines bereits vierten Konsistoriums, der Vollversammlung der Purpurträger, nahm Benedikt XVI. die Geistlichen in das Kardinalskollegium und damit in sein oberstes Beratergremium auf. Das Oberhaupt der Katholiken überreichte den neuen Kardinälen das rote Birett sowie den Kardinalsring und wies ihnen römische Titelkirchen zu.

In seiner Predigt forderte der Papst die neuen Purpurträger auf, in der Leitung der Weltkirche eng mit ihm zusammenzuarbeiten. Künftig sei es ihre Aufgabe, "Probleme, die die Sendung der gesamten Kirche betreffen, in Betracht zu ziehen und zu beurteilen". Sie müssten herausragende Diener der Kirche sein, die "nicht der weltliche Stil der Macht und der Herrlichkeit" präge.

Video ansehen 00:42

Konsistorium im Petersdom

Insgesamt wurden 16 Europäer - davon 7 Italiener und zwei Deutsche -, zwei Geistliche aus den USA sowie ein Brasilianer, ein Inder, ein Kanadier und ein Chinese in den Kardinalsstand erhoben. 18 der 22 Kardinäle sind jünger als 80 Jahre und könnten derzeit somit an einem Konklave teilnehmen und den Nachfolger von Benedikt XVI. wählen.

Fast jeder vierte Kardinal ist ein Italiener

Der Anteil der Italiener und der vatikanischen Behördenchefs im obersten Kirchengremium stieg damit erneut. Von den 22 neuen Kardinälen haben zehn leitende Posten in der Kurie oder in vatikanischen Behörden.

Mit dem Konsistorium erhöhte sich die Zahl der Kardinäle insgesamt auf 214, darunter sind 125 potenzielle Papstwähler. Von ihnen kommen 67 aus Europa, davon 30 Italiener, sowie 22 aus Latein- und 15 aus Nordamerika. Damit ist der Anteil der Europäer an den zur Papstwahl zugelassenen Kardinälen so hoch sein wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Fast jeder vierte unter ihnen ist Italiener.

Woelki ist der jüngste Kardinal weltweit

Rainer Maria Woelki, Erzbischof des Bistums Berlin Brandenburg wird zum jüngsten Kardinal weltweit (Foto: Karlheinz Schindler, RBB)

Rainer Maria Woelki

Rainer Maria Woelki, der seit erst viereinhalb Monaten Erzbischof von Berlin ist, hatte die Entscheidung des Papstes als eine "große Ehre" bezeichnet. Darüber hinaus wurde Woelki mit seinen 55 Jahren der jüngste Kardinal weltweit. Der zweite deutsche der in den Kardinalsrang erhoben wurde, der 83-jährige Jesuit Karl Josef Becker, lehrt an der Päpstlichen Universität in Rom. Mit der Ernennung der beiden aus Köln stammenden Geistlichen stieg die Anzahl der deutschen Kardinäle auf neun und ist damit so hoch wie noch nie.

Der jesuitische Theologe und langjährige Berater der Glaubenskongregation, Karl Josef Becker (undatiertes Handout). Zwei Deutsche werden Kardinäle: Der neue Berliner Erzbischof Woelki und der langjährige Berater der Glaubenskongregation, Becker. Der eine wirkt in Deutschland, der andere hat sich bei der Kurie in Rom Verdienste erworben. Foto: SJ-Bild dpa (Achtung: Nur zur redaktionellen Verwendung und bei Nennung der Quelle) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Karl Josef Becker

Am Sonntag folgt eine Dankmesse mit den alten und den neuen Kardinälen im Petersdom. Vor dem Konsistorium hatte Benedikt am Freitag alle Kardinäle zu einem Tag des Nachdenkens und des Gebets eingeladen.

Die Kardinäle sind nicht nur die höchsten katholischen Würdenträger nach dem Papst, sondern auch seine wichtigsten Berater. Der Kardinalstitel wird auf Lebzeiten verliehen und ist mit der Person und nicht etwa mit einem Bistum verknüpft.

GD/qu (kna, dpa, afp, epd)

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema