1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Deutschland

Papst empfängt Limburger Bischof

Auf diesen Termin hat der umstrittene Bischof von Limburg eine Woche lang gewartet: Tebartz-van Elst erhält eine Audienz beim Papst. Auch Kardinal Meisner ist im Vatikan.

Ein Sprecher des Limburger Bistums bestätigte Presseberichte, wonach Franz-Peter Tebartz-van Elst an diesem Montag im Vatikan von Papst Franziskus empfangen wird. Eine Uhrzeit für das Treffen nannte der Sprecher nicht. Tebartz-van Elst befindet sich seit dem 13. Oktober in Rom, ein Termin beim Papst war bislang nicht zustande gekommen. Ob es nach den Treffen zu einer Entscheidung über die Zukunft des Bischofs kommt, ist ungewiss

Das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche trifft zudem mit dem Kölner Kardinal Joachim Meissner zusammen. Diese Privataudienz war nach Angaben des Erzbistums Köln bereits vor einigen Monaten vereinbart worden. Über die Gesprächsthemen wurde nichts bekannt. Das Bistum Limburg gehört zur Kirchenprovinz Köln, Meisner galt bisher als Unterstützer von Tebartz -van Elst.

Der Limburger Bischof Tebartz-van Elst (Foto: dpa)

Der Limburger Bischof Tebartz-van Elst

Dem Bischof wird Verschwendung beim Bau seiner Residenz auf dem Domberg der hessischen Stadt vorgeworfen. Die Baukosten waren noch im Dezember 2010 mit 5,5 Millionen Euro beziffert worden, inzwischen liegen sie bei mehr als 31 Millionen Euro. Seit Freitag untersucht eine von der Deutschen Bischofskonferenz eingesetzte Kommission, wie es zu der Kostenexplosion kommen konnte.

Außerdem hat die Staatsanwaltschaft Hamburg einen Strafbefehl wegen Falschaussage gegen den Bischof beantragt. Dabei geht es um Angaben Tebartz-van Elsts zu einem Flug nach Indien. Ferner wird dem Kirchenmann von Kritikern ein autoritärer Führungsstil vorgeworfen.

Video ansehen 04:17

Skandal in der deutschen katholischen Kirche (17.10.2013)

Nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS) ist Tebartz-van Elst bisher nicht bereit, sein Amt freiwillig aufzugeben. Der Bischof setze darauf, dass genauere Überprüfungen ergeben würden, dass er nicht alleine für die gestiegenen Baukosten verantwortlich sei. Die Deutsche Bischofskonferenz bezeichnete einen FAS-Bericht über das vertrauliche Gespräch zwischen Papst Franziskus und Erzbischof Robert Zollitsch vom vergangenen Donnerstag als "reine Spekulation". Es "entbehrt jeder Grundlage", sagte ein Sprecher, dass der Papst entsetzt reagiert habe, als ihn der Vorsitzende der Bischofskonferenz über die Kostenexplosion in Limburg informiert habe.

Der Bruder von Franz-Peter Tebartz-van Elst wies unterdessen Berichte über eine Autismus-Erkrankung des Bischofs zurück. In einer Erklärung betonte der Freiburger Psychiatrie-Professor Ludger Tebartz-van Elst: "Als Bruder des Bischofs von Limburg und als Arzt kann ich aufgrund meiner Fachkenntnis und meiner Kenntnis der Biografie meines Bruders klar erklären, dass er weder an einem Asperger Syndrom noch an einer anderen Variante von Autismus leidet."

wl/sti (dpa, kna, afp,epd)

Audio und Video zum Thema