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Kultur

Papst drückt persönlich sein Bedauern aus

Mit dem persönlichen Ausdruck tiefen Bedauerns hat Papst Benedikt XVI. am Sonntag versucht, die Wogen der Empörung in der islamischen Welt über seine Regensburger Vorlesung zu glätten.

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Benedikt beim Angelus-Gebet

Er sei "tief betrübt" über die Reaktionen, die seine Regensburger Vorlesung als "beleidigend für muslimische Gläubige" aufgefasst haben, sagte er beim mit Spannung erwarteten Angelus-Gebet in Castel Gandolfo bei Rom. Er habe in der umstrittenen Rede zum Thema Islam und Gewalt lediglich einen mittelalterlichen Text zitiert, den er sich in keiner Weise zu Eigen machte.

Papst Benedikt äußerte die Hoffnung, dass seine Klarstellungen nun dazu beitrügen, "die Gemüter zu besänftigen und den wahren Sinn meiner Worte deutlich zu machen, die insgesamt eine Einladung zu einem offenen und aufrichtigen Dialog in hohem gegenseitigen Respekt war und ist".

Erhöhte Alarmbereitschaft

Zu dem traditionellen Mittagsgebet waren die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt worden; Polizisten beschlagnahmten Regenschirme mit Metallspitzen und Flüssigkeiten. Als Reaktion auf Anschlagsdrohungen von Islamisten gegen den Papst hatte Italiens Innenminister Giuliano Amato eine erhöhte Alarmbereitschaft der Polizei im Lande gefordert.

Der Papst hatte während seines Deutschland-Besuchs eine Aussage des byzantinischen Kaisers Manuel II. Palaeologos wiedergegeben, der zufolge der Prophet Mohammed "nur Schlechtes und Inhumanes" in die Welt gebracht habe. Damit wollte er nach Angaben des Vatikan einen Dialog über die Gewaltfreiheit von Religionen anstoßen.

Die Äußerungen des katholischen Kirchenoberhaupts gingen nicht über die Erklärung des Vatikans vom Vortag hinaus. Der Papst nahm keine Aussagen zurück und entschuldigte sich auch nicht, wie es muslimische Geistliche gefordert hatten. Italienische Vatikan-Kenner wiesen allerdings darauf hin, dass die Äußerungen Benedikts außergewöhnlich seien. Nie zuvor hätte ein Papst eigene Worte öffentlich bedauert.

"Wichtiger Schritt zur Beruhigung"

Ägyptens Moslem-Bruderschaft hat die persönliche Klarstellung von Papst Benedikt XVI. zu dessen Islam-Rede als "ausreichend" bezeichnet. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland begrüßte die Äußerungen des Papstes. Die Erklärung sei "der wichtigste Schritt" gewesen, um die Proteste der letzten Tagen in vielen Teilen der Welt zu beruhigen. Der Zentralrat rief "die Muslime, die Gelehrten und verantwortlichen Politiker in der ganzen Welt" auf, zu einer Beruhigung der Lage beizutragen.

Der Präsident der obersten türkischen Glaubensbehörde, Ali Bardakoglu, hat die gestrigen vatikanischen Klarstellungen zu den Papstäußerungen über den Islam begrüßt. Das entspreche der Verantwortung eines Kirchenoberhaupts, dessen Rolle es ist, für Verständnis zwischen den Religionen zu werben, sagte Bardakoglu der "Welt am Sonntag". Der türkische Außenminister Abdullah Gül erklärte am Sonntag, der Papst werde trotz der Turbulenzen der vergangenen Tage zu dem vereinbarten Türkei-Besuch Ende November - dem ersten in seinem Pontifikat in ein muslimisches Land - erwartet. (wga)

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