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Politik

Papst betet für Ende der Gazastreifen-Blockade

Zum Auftakt seines Besuchs im Westjordanland ist Benedikt XVI. in Bethlehem eingetroffen - und hat sich dort nochmals für einen Palästinenser-Staat ausgesprochen.

Der Papst vor Gläubigen (Foto: AP)

Papst Benedikt in Bethlehem

Der Konvoi des Papstes passierte am Mittwoch (13.05.2009) den israelischen Sperrzaun zum Westjordanland. Später wurde Benedikt XVI. vom palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas begrüßt. Anschließend feierte er auf dem Bethlehemer Krippenplatz eine Messe mit etwa 8000 Gläubigen.

"Ich bete für ein Ende der Blockade"

Das Oberhaupt der Katholiken versicherte dabei mit Blick auf die Militäroffensive der Israelis zum Jahresbeginn der palästinensischen Bevölkerung des Gazastreifens seine Solidarität beim Wiederaufbau. Er bete für eine baldige Aufhebung der Abriegelung des Gazastreifens, sagte er.

Nonne schützt ihr Gesicht vor der Sonne (Foto: AP)

Nonnen warten auf Papst Benedikt XVI. in Bethlehem

Bei der Begrüßungszeremonie vor dem Präsidentenpalast hatte Benedikt zuvor betont: "Der Vatikan unterstützt das Recht ihres Volkes auf einen souveränen palästinensischen Staat im Land ihrer Vorfahren". Ein solcher Staat müsse "in Sicherheit und in Frieden mit seinen Nachbarn in international anerkannten Grenzen" entstehen.

"Wie viel ihr gelitten habt"

Das Oberhaupt der Katholiken äußerte Solidarität mit den Palästinensern und ihrem Leid. "Ich weiß, wie viel ihr gelitten habt", sagte er. "Mein Herz ist mit all den Familien, die ihr Zuhause verloren haben".

Am Nachmittag besucht der Papst ein Flüchtlingscamp und das Caritas-Baby-Hospital. Die Spezialklinik wird vor allem von deutschen und Schweizer Bistümern finanziert. An dem Besuch nimmt auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, teil.

Am (morgigen) Donnerstag besucht der Papst Nazareth, die biblische Heimatstadt Jesu, bevor er am Freitag nach Rom zurückkehrt.

Emotionaler Höhepunkt an der Klagemauer

Am Dienstag hatte Benedikt heilige Stätten von Christen, Juden und Muslimen in Jerusalem besucht. Zu einer Messe am Fuß des Ölbergs kamen allerdings deutlich weniger Gläubige als erwartet. An der Klagemauer, der wichtigsten religiösen Stätte der Juden, verharrte Papst Benedikt XVI. am Dienstag lange im Gebet. Es war wohl ein emotionaler Höhepunkt der Pilgerreise des deutschen Papstes in Israel, als er gemäß jüdischer Tradition einen Zettel in eine Lücke der Klagemauer steckte. Darauf bittet Benedikt Gott um Frieden in der Welt: "Schicke Deinen Frieden in das Heilige Land, in den ganzen Nahen Osten und an die gesamte Menschheit."

Papst betritt die Moschee (Foto: AP)

Symbolträchtig: der Papst in der al-Aqsa-Moschee

Währendessen glich Jerusalems Altstadt einer Geisterstadt. Scharfschützen hatten selbst auf Minaretten Stellung bezogen und Hubschrauber kreisten über den Heiligtümern. Als erster Papst hatte Benedikt zuvor den von Muslimen als heilig verehrten Felsendom auf dem Tempelberg betreten und dem Großmufti von Jerusalem einen Besuch abgestattet. (se/sam/kna/epd/dpa/afp)

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