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Aktuell Welt

Papst besucht Brasilien

Im Land seiner Gastgeber sind die Menschen jüngst für soziale Verbesserungen auf die Straße gegangen. Wenn Papst Franziskus nun nach Brasilien reist, dürfte das die Stimmung in dem lateinamerikanischen Land beeinflussen.

Es ist die erste Auslandsreise des Papstes, und sein Ziel ist Rio de Janeiro, wo Franziskus am Weltjugendtag teilnehmen möchte. Auf dem Flughafen von Rio wird der Papst zunächst von Brasiliens Staatspräsidentin Dilma Rousseff empfangen. Anschließend ist ein Gespräch vorgesehen. Spannend wird, ob sich der Papst dabei auch zu der sozialen Lage im Land äußern wird. In den vergangenen Wochen hatten Massenproteste in zahlreichen brasilianischen Städten immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Die Menschen sind unzufrieden, weil in dem Land hohe Summen in Sportereignisse wie die Fußball-Weltmeisterschaft gesteckt werden, während in vielen anderen Bereichen gespart werden muss.

Franziskus bleibt eine Woche in Brasilien. Auf dem Programm stehen neben dem Besuch des Weltjugendtags in Rio de Janeiro auch ein Abstecher in den Marienwallfahrtsort Aparecida und Begegnungen mit Vertretern aus Kirche und Gesellschaft. Am Donnerstag möchte er in die Favela Varginha im Norden Rios, die Menschen in ihren Häusern besuchen und auf dem Fußballplatz des Armenviertels zu den Bewohnern sprechen. Zuvor will er in einem Ordenskrankenhaus eine neue Abteilung für Drogenabhängige einweihen.

Auch bald nach Argentinien?

Mit dieser Reise kehrt Franziskus erstmals seit seiner Wahl zum katholischen Kirchenoberhaupt nach Lateinamerika zurück. Spekulationen, dass er im Dezember sein Heimatland Argentinien besuchen will, sind bislang nicht offiziell bestätigt.

Teilnehmer des Weltjugendtages in Brasilien (Foto: DW/Sarah Hofmann)

Die Teilnehmer des Weltjugendtages in Brasilien stellen sich auch auf den Papstbesuch ein

Nach den jüngsten Protesten wurden die Sicherheitsvorkehrungen für den Papstbesuch verstärkt. Mehr als 20.000 Einsatzkräfte sollen für einen störungsfreien Verlauf sorgen. Im Vorfeld hatten verschiedene Organisationen Kundgebungen angekündigt, um auch gegen die Verwendung öffentlicher Mittel für das Katholikentreffen zu protestieren. Den Flug nach Rio de Janeiro unternimmt der für seine Sparsamkeit gerühmte Papst schon einmal in einer Chartermaschine der Alitalia. Anders als ursprünglich geplant kommt nicht das Flaggschiff der Gesellschaft zum Einsatz, eine Boeing 777, sondern ein kleinerer Airbus A330. Franziskus habe eine Sonderausstattung mit einem Bett für sich abgelehnt und legt den zwölfstündigen Flug in einem First-Class-Sessel zurück.

ml/gb (KNA, dpa)