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Kultur

Papst beklagt "Gemetzel" im Irak

Papst Benedikt XVI. hat bei der Ostermesse den anhaltenden Hunger und Kriege weltweit beklagt. Anschließend beendete er mit dem traditionellen Segen "Urbi et Orbi" die Osterfeierlichkeiten.

Papst Benedikt XVI. segnet die Gläubigen, Quelle: AP

Papst Benedikt XVI. segnet die Gläubigen

Vor rund 100.000 Gläubigen und Touristen auf dem Petersplatz in Rom hat Papst Benedikt XVI. am Sonntag (8.4.2007) die Ostermesse gefeiert. In seiner Osterbotschaft äußerte er tiefe Sorge über das anhaltende Elend in der Dritten Welt. Besonders verwies er auf die Konflikte in Afrika und in Nahost. Bei strahlenden Sonnenschein spendete der deutsche Papst anschließend den Segen "Urbi et Orbi" (Der Stadt und dem Erdkreis). Es war das zweite Osterfest Benedikts seit der Papstwahl 2005.

"Wie viel Schmerz!"

"Wie viele Verwundungen, wie viel Schmerz ist in der Welt!", sagte der fast 80-jährige katholische Kirchenführer. "Ich denke an die Plage des Hungers, an die unheilbaren Krankheiten, an den Terrorismus und an die Geiselnahmen, an die tausend Gesichter der - manchmal im Namen der Religion gerechtfertigten - Gewalt, an die Geringschätzung des Lebens und an die Verletzung der Menschenrechte, an die Ausbeutung von Menschen."

Gläubige auf dem Petersplatz, Quelle AP

Gläubige auf dem Petersplatz

Ausdrücklich verwies Benedikt auf die Lage im Irak sowie die zunehmende Unruhe in Afghanistan. Aus dem Irak kämen keinerlei positiven Nachrichten - es gebe ein "unaufhörliches Gemetzel" und die Zivilbevölkerung fliehe aus dem Land. Afghanistan sei von zunehmender Gewalt und Instabilität gezeichnet. Zugleich erinnerte er an die "katastrophale und leider unterschätzte humanitäre Situation" im sudanesischen Darfur. Der internationalen Gemeinschaft warf er vor, die dortige "katastrophale Lage" zu unterschätzen.

"Überfülle seiner Gnade"

Im Libanon bedrohe eine "Pattsituation der politischen Institutionen" die Rolle des Landes für den Friedensprozess in der Region. Zur Lage in Nahost meinte er allerdings auch, es gebe "Zeichen der Hoffnung im Dialog zwischen Israel und den palästinensischen Autoritäten". Benedikt lenkte sein Augenmerk in der weltweit im Fernsehen übertragenen Osterpredigt ferner auf die Konflikte in der Demokratischen Republik Kongo sowie in Somalia und Simbabwe.

Trotz aller Krisen rief Benedikt XVI. die Christen zur Hoffnung auf. Christus habe mit der Auferstehung zwar nicht das Leid und das Böse aus der Welt verbannt, es aber "mit der Überfülle seiner Gnade an der Wurzel besiegt". Die Wunden Jesu, mit denen er sich seinen Jüngern nach der Auferstehung gezeigt habe, seien "Beweise seiner siegreichen Liebe".

Abflug nach der Messe

Der Papst Benedikt XVI. während der Messe, Quelle: AP

Der Papst Benedikt XVI. während der Messe

Anschließend sprach der Papst in 62 Sprachen die Osterwünsche. Auf Deutsch sagte er: "Euch allen ein gesegnetes und frohes Osterfest! Der Friede und die Freude des auferstandenen Herrn sei mit Euch!" Die Ostergrüße wurden von mehr als 100 Sendern live übertragen. Nach der Messe und dem Segen, die den Höhepunkt der Osterfeierlichkeiten im Vatikan darstellten, flog der Papst in seine Sommerresidenz in Castelgandolfo bei Rom. Von dort wird er für die Feierlichkeiten anlässlich seines 80. Geburtstags am 16. April wieder im Vatikan zurück erwartet. Drei Tage später (19. April) jährt sich zum zweiten Mal der Tag seiner Papstwahl.

Friedensappelle bestimmten auch anderswo die Osterfeiern. In Jerusalem kamen Zehntausende Christen zu Gottesdiensten und Gebeten. Der lateinische Patriarch von Jerusalem, Michel Sabbah, mahnte, den Kreislauf der Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern endlich zu durchbrechen. Die "Verweigerung der gegenseitigen Anerkennung" müsse enden. Dann werde das "Werk der Auferstehung und des neuen Lebens in diesem Land beginnen". (stu)

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