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Aktuell Nahost

Papst auf Friedensmission im Libanon

Als "Botschafter des Friedens" reist Papst Benedikt XVI. an diesem Freitag in den Libanon. Der dreitägige Besuch stößt aufgrund der jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten und in Nordafrika auf großes Interesse.

Der Libanon sei für den Papst der "ideale Ort, um der Welt  zu zeigen, dass das friedliche Zusammenleben von Religionen keine Illusion ist", erklärte Kardinalstaatssekretär Tarcisio  Bertone zuvor in einem Interview der französischen Tageszeitung "Le Figaro". Der Papst selbst bezeichnete seine Reise als eine Pilgerfahrt für den Frieden in der gesamten Region.

Nach seiner Ankunft will Papst Benedikt XVI. in Harissa nahe der Hauptstadt Beirut das päpstliche Schlussdokument zur Synode der katholischen Bischöfe aus Nahost vom Oktober 2010 unterzeichnen. Der Titel: "Die Kirche im Nahen Osten". In dem Dokument rufen die Bischöfe des Nahen Ostens und der nordafrikanischen Länder zu Frieden in der Region auf.

Am Samstag stehen unter anderem ein Treffen mit Präsident Michel Suleiman, dem einzigen christlichen Staatschef im arabischen Raum, sowie Gespräche mit Religionsvertretern und Regierungsmitgliedern auf dem Programm des 85-Jährigen.

Syrien-Konflikt spaltet libanesische Christen

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Einschätzungen zum Papst-Besuch im Libanon

Überschattet wird die Reise von den Protesten gegen einen islamfeindlichen Amateurfilm in mehreren Ländern des Nahen Ostens. Nach dem Tod des US-Botschafters bei dem Sturm auf das US-Konsulat in Bengasi verurteilte der Vatikan die "ungerechtfertigten Beleidigungen und Provokationen" des Films ebenso wie die durch ihn ausgelöste "unakzeptable Gewalt" gegen US-Diplomaten.

Der Papstbesuch findet zudem inmitten der anhaltenden Sorge vor einem Übergreifen des Konflikts im benachbarten Syrien auf den Libanon statt.

Der Libanon ist die Nation mit dem größten Bevölkerungsanteil an Christen im Nahen Osten. Fast 40 Prozent der vier Millionen Libanesen sind Christen, doch ihre Gemeinschaft ist vor allem in ihrer Position zum syrischen Regime gespalten. Viele von ihnen halten weiterhin am syrischen Präsidenten Baschar Assad fest.

Strengste Sicherheitsvorkehrungen

Die Reise findet wegen der jüngsten Gewalt im Land unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Die Erlaubnis, Waffen zu tragen, wurde für den Verlauf des Papstbesuchs für alle Zivilisten bis auf die Leibwächter von Politikern aufgehoben.  In den vergangenen Monaten waren bei Zusammenstößen zwischen Gegnern und Anhängern Assads im Libanon mehr als 30 Menschen getötet worden.

GD/fab (kna, dpa, dapd, epd)

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