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Aktuell Europa

Papandreou ruft eigene Partei ins Leben

Radikaler Schnitt: Die langjährige Regierungspartei in Griechenland, die sozialistische Pasok, ist gespalten. Ihr Ex-Vorsitzender Giorgos Papandreou gründete mit hunderten jubelnden Anhängern eine neue Partei.

Den Gründungsakt vollzog der frühere Regierungschef Giorgos Papandreou in feierlichem Ambiente: Im Museum Benaki im Zentrum der griechischen Hauptstadt verkündete er den Start der neuen Bewegung, die den Namen "Bewegung der Demokraten (und) Sozialisten" trägt. Als Symbol führt sie eine Rose auf rotem Hintergrund. Die neue Partei soll an den vorgezogenen Parlamentswahlen in Griechenland am 25. Januar teilnehmen.

"Wir werden Geschichte schreiben", sagte Papandreou in Athen. Die neue Bewegung möchte das Land aus der Krise führen, indem jeder Bürger entsprechend seiner Leistungsfähigkeit einen Teil der Lasten trägt. Der 62-Jährige hatte die Aktion am Freitag auf seiner Internetseite unter dem Motto "Neues Jahr. Neuer Beginn" angekündigt. Die neue Bewegung werde "den Prinzipien der Demokratie, des Sozialismus und der nachhaltigen Entwicklung folgen".

"Trauriges Ereignis"

Der Pasok-Vorsitzende Evangelos Venizelos zeigte sich wenig erfreut über die neue Konkurrenz und sprach von einem "traurigen Ereignis". Zuvor hatte seine Partei scharfe Kritik an "dieser absurden politischen Aktion" geübt, die wenige Tage vor der Wahl die Pasok schwächen und den eigenen Interessen Papandreous dienen solle. Dieser war bis vor wenigen Tagen noch Pasok-Abgeordneter.

Giorgos Papandreou ist der Sohn von Andreas Papandreou, der die Panhellenische Sozialistische Bewegung (Pasok) 1974 nach dem Ende der Obristenherrschaft gegründet hat. Sie regierte das Land mehr als 20 Jahre.

Hilfspaket ausgehandelt

Papandreou stieg innerhalb der Partei auf und wurde 2004 zu ihrem Vorsitzenden gewählt, bevor er 2009 das Amt des Ministerpräsidenten übernahm. Während der Schuldenkrise handelte er mit den internationalen Gläubigern das milliardenschwere Hilfspaket aus, das Griechenland im Mai 2010 vor dem Bankrott bewahrte, jedoch die Regierung zu schmerzhaften Reformen und Kürzungen zwang.

Ende 2011 sah sich Papandreou zum Rücktritt gezwungen, nachdem er mit seinem Vorschlag für Empörung gesorgt hatte, in Griechenland ein Referendum über den Verbleib im Euro zu organisieren. Nach seinem Rücktritt von der Regierungs- und Parteispitze folgte ihm Evangelos Venizelos als Parteichef nach. Die beiden Männer haben sich seitdem nicht versöhnt. Bei den Wahlen 2012 erlitt die Pasok eine verheerende Niederlage.

Die vorgezogene Parlamentswahl im Januar wurde nötig, nachdem die Wahl eines Staatspräsidenten im Parlament dreimal gescheitert war. In den Umfragen liegt die Pasok derzeit hinter der linksradikalen Syriza und der konservativen Nea Dimokratia.

kle/ml (dpa, afp,)