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Panzerdenken und Billigbier

Nicht nur die Ermordung des Palästinenserführers Jassin beschäftigt die DW-WORLD-Leser, sondern auch die Lage auf dem Balkan, die EU-Strafe für Microsoft und die Globalisierung des Biermarkts.

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Ermordung des Hamas-Führers Jassin

Gewalt gibt und gab es immer auf beiden Seiten. Den über 4000 Opfern der El-Aksa-Intifada auf israelischer Seite stehen nicht weniger Opfer, eher deutlich mehr, auf palästinensischer Seite gegenüber. (…) Israel hat nicht verstanden - und will es offensichtlich auch nicht begreifen - dass diese Politik Scharons grundlegend gescheitert ist. Der israelische Ministerpräsident, der bei seiner Wahl versicherte, innerhalb von nur zwölf Monaten die Selbstmordanschläge im Keim ersticken zu können, steht vor dem Scherbenhaufen seiner Politik. Statt seinen Kurs zu überdenken, zieht er die Schraube an und macht nun sich und die Mitglieder seiner Regierung selbst zum Ziel. Und genau das scheint die einzige Hoffnung für den Friedenprozess im Nahen Osten zu sein: Wenn alle diejenigen, die - auf beiden Seiten des Grenzzauns - Gewalt predigen, beauftragen und ausüben, sich gegenseitig umgebracht haben, dann können die Menschen, die nur Frieden wollen, ihr Schicksal erneut selbst in die Hand nehmen. (Frank Frießnegg)

Die Ermordung des Scheichs Ahmed Jassin durch das israelische Militär scheint mir eine törichte Tat gewesen zu sein. Es geht ja gar nicht darum, ob Scheich Jassin ein Engel gewesen sei oder nicht (ist vielleicht Ariel Sharon einer?!); es geht vielmehr darum, dass Israel in einer ohnehin eskalierten Lage durch sein Vorgehen Öl ins Feuer gießt. Ob dies, wie seitens der Politik behauptet wird, im Interesse Israels geschieht, möchte ich bezweifeln. Hier sei an Goethes Worte erinnert: "Jedes unbedingte Streben führt zum Schluss zwangsläufig zum Bankrott". (Stefan Tratsis, Schlier)

Wie kann es sein, dass ein Staat ohne Scham (und leider ohne rechtliche Folgen) öffentlich die Ermordung eines Menschen ausführt? Mir graut vor dem, was folgen wird. (Elia Bragagna)

Es mag sein, dass der Gemordete selber Blut an den Fingern hatte; nur: Israel verlässt mit der Inanspruchnahme von gezieltem Terror jegliche moralisch zu rechtfertigende Ethik, die die Grundlage der europäischen Gemeinschaft ist. Europa sollte sich auf Kant besinnen und sich von der derzeitigen Machtelite in Israel und deren Wahlklientel abgrenzen. (…) Es ist bedauerlich, dass der von Israel derzeitig instrumentalisierte Antisemitismusbegriff pauschal gegen jede Form von Kritik aus dem Ausland benutzt wird. Europa sollte sich auf erkennbare Distanz zu Willkür und Rechtlosigkeit begeben. Nur die Begrenzung beider Konfliktparteien und eine konsequente Regionalisierung der Auseinandersetzung lässt Europa glaubwürdig erscheinen. (Hans-Joachim Steinsiek)

Schlimm! Aber so kommt es, wenn man nur noch in seinem militärischen Panzerdenken agieren kann. Jassin selbst trägt viel Schuld. Doch die Ursünde der jüngeren Israel-Politik bleibt die Siedlungspolitik, begonnen vom Friedens(!)nobelpreisträger Menachem Begin. Wenn diese nicht revidiert wird, treibt Nahost weiter dem Abgrund zu - und reißt noch viele mit. Und unerträglich für Europa: die Vormacht, Schutzmacht, Hauptmacht, Großmacht USA schaut untätig zu. So werden die Europäer - nicht nur die "alten" - zu Geiseln der israelisch-amerikanischen Palästina-"Politik". (Heinrich Wehrle)

Keine Regierung kann es sich in der Gemeinschaft der Staaten erlauben, Personen zu ermorden und dieses als legitim darstellen. Für mich wird bewusst Eskalation geschürt, aus welchem Grund auch immer. Doch dieses Geschehen wird noch mehr Leid und Blutvergießen in diese Region bringen. Doch warum geht die internationale Staatengemeinschaft so zaghaft mit Israel um? Das ist etwas was die Leute bald nicht mehr verstehen werden. (Ralf Ertmann)

Kosovo

Die EU hat den Kosovo nicht vergessen. Nur was die Union versuchen will, ist ein Experiment und Schwachsinn. Man kann nicht zwei Volksgruppen miteinander leben lassen die über Generationen verfeindet waren. Damit dies gelingt, müssen erst Generationen vergehen. Und der Status des Kosovo sollte schnell geklärt werden. Sollte der Beschluss fallen, dass der Kosovo doch noch zu Serbien & Montenegro gehört dann war die ganze Aktion von der Nato, EU usw. umsonst. (…) Man sollte nicht mit dem Leben der Bürger spielen. Das beste Beispiel ist Bosnien-Herzegowina: Dort wir es auch nie Ruhe geben. (Shkelzen Kosumi)

Der "vermeidbare Krieg", für den auch Fischer, Scharping und Schröder verantwortlich sind, brachte kein Verständnis zwischen den Völkern am Balkan. Die Nato, unter deutscher Leitung (General Reinhard) schaute zu bei den Racheaktionen der Albaner. Warum wurden die albanischen Extremisten nicht entwaffnet? Warum werden die derzeitigen gewählten Vertreter der Albaner nicht zur Verantwortung gezogen? Warum werden die kriminellen Strukturen von der Nato geduldet (Menschenhandel, Drogen- und Finanzkriminalität)? Was ist aus den "Menschenrechten" geworden, für die angeblich der Krieg geführt wurde? (E. Tallian)

EU-Srafe für Microsoft

Ich kann dazu nur eins sagen: von mir aus können es auch 20 Milliarden werden! Diese Geier verdienen es nicht anders. (Alexis Salas Manota)

Die Frage ist, was haben die Verbraucher davon, wenn MS bestraft wird? Die 500 Millionen Euro werden wahrscheinlich von den Kunden über die Produktpreise zurückgeholt. (Attila I. Rausch)

Ich finde die an Microsoft verhängte Strafe ist mehr als gerechtfertigt. (…) Firmen wie diese können sich nicht im sauberen Konkurrenzkampf bestätigen. Sie müssen auf schmutzige Politik, unlauterem Verhalten, Einflusshandel und krumme Buchhaltung setzen, sonst läuft bei ihnen nichts. Wir kennen ja die Clique: Microsoft, Enron, WorldCom ... Sie geben ein trauriges Bild von den Zuständen in ihren Ursprungsländern, wo jetzt bestimmt nicht alles Gold ist, was glänzt. Die EU soll nur ein wachsames Auge behalten und sauber bleiben. Richtig groß werden in Würde und Ehre wird helfen, eine bessere Welt zu schaffen. Die USA haben dies vergessen. (Manfred Mertens, Santa Cruz - Bolivien)

Brauerei-Fusionen

Ich bin ziemlich markentreu und trinke ausschließlich Kölsch: Sion, Dom, Küppers. Und nur, wo es kein Kölsch gibt, trinke ich Pils. (Emil Alfter, Bonn/Temesvar )

Mit Abscheu beobachte ich die Übernahme deutscher Traditionsbrauerein durch die ausländischen Massenproduzenten. Beim Einkauf achte ich streng darauf, dass ich dieses Gebräu vermeide. Man denke nur an Becks, früher eines meiner Lieblingsbiere, das kommt mir nicht mehr auf den Tisch. Aber viele Konsumenten wissen leider nicht, was sie da alles in sich hineinkippen, Hauptsache billig. (Peter Kiewert)


Anmerkung in eigener Sache:

Wir freuen uns über jede Zuschrift, aber wir können nicht alle Leserbriefe veröffentlichen. Aus redaktionellen Gründen behalten wir uns Kürzungen vor. Die Inhalte entsprechen nicht unbedingt der Meinung der Redaktion.

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