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Sport

Panik-Bayern ziehen die Notbremse

Bei Bayern München ist nach dem blamablen Fehlstart ins neue Fußball-Jahr Panik ausgebrochen: Der Rekordmeister hat Trainer Felix Magath entlassen. Nachfolger wird dessen Vorgänger - zumindest vorübergehend.

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Felix Magath packt seine Sachen

Der 58-jährige Ottmar Hitzfeld, der die Bayern 2001 zum Champions-League-Triumph geführt hatte, soll bereits am Freitag beim 175. Bayern-Derby in Nürnberg erstmals seit dem 22. Mai 2004 wieder auf der Trainerbank Platz nehmen - zusammen mit seinem früheren Co-Trainer Michael Henke.

Einen Tag nach dem enttäuschenden 0:0 gegen den Aufsteiger VfL Bochum und fünf Tage nach dem 2:3 bei Borussia Dortmund zogen die Verantwortlichen um Präsident Rummenigge und Manager Uli Hoeneß die branchenüblichen Konsequenzen - und gaben Magath den Laufpass. Branchenüblich auch die netten Worte von Vorstandsboss Rummenigge: "Wir bedauern diesen Schritt, aber die Sorge um die Qualifikation für die Champions League hat uns zu der Entscheidung veranlasst."

Die Not des Rekordmeisters

Magath war seit 1. Juli 2004 in München tätig und gewann mit dem Klub zweimal hintereinander das Double - ein Novum in der Geschichte der Bundesliga. Sein Vertrag lief noch bis Juni 2008, doch die Trennung vom Ex-Nationalspieler zeichnete sich schon seit einigen Wochen ab. Stets musste Magath mit dem Makel leben, international die Ziele nicht erreicht zu haben. Hinter den Kulissen wurde bereits gemunkelt, der Verein sei sich mit seinem Trainer über einen Abschied zum Saisonende bereits einig, über Nachfolger wie etwa den Franzosen Gerard Houllier (Olympique Lyon) soll für die neue Saison intern schon diskutiert worden sein.

Ex Bayern Trainer: Ottmar Hitzfeld

Ottmar Hitzfeld im Mai 2004 - kurz vor seinem Abgang bei Bayern

Wie groß die Not des Rekordmeisters ist, zeigt die Wahl des Nachfolgers von Magath: Zwar hatte der "General" in sechs Jahren vier Meisterschaften und zwei DFB-Pokale sowie 2001 die Champions League und den Weltpokal gewonnen - nachdem er zuvor bereits Borussia Dortmund zum Gewinn der europäischen Königsklasse geführt hatte. Aber mit Ottmar Hitzfeld soll es nun - zumindest bis Saisonende - ausgerechnet der Mann richten, der im Sommer 2004 deshalb gehen musste, weil er die Mannschaft nicht mehr erreicht hat.

Erfolgscoach und TV-Fußballdeuter

15 Spieler aus dem aktuellen Kader haben bereits unter Hitzfeld bei den Bayern trainiert und würden wieder auf den Übungsleiter treffen, dem die Bosse es 2004 nicht mehr zutrauten, den Klub zu weiteren Erfolgen zu führen. In den vergangenen zweieinhalb Jahren seit seinem Abschied hat Hitzfeld, der zuletzt als TV-Plauderer arbeitete, wiederholt Angebote abgelehnt. Unter anderem wollte er das Amt des Bundestrainers 2004 nach dem Rücktritt von DFB-Teamchef Rudi Völler nicht übernehmen, auch bei Borussia Dortmund und beim HSV sagte er zuletzt ab. Waren es zunächst persönliche Gründe, hatte der Erfolgscoach zuletzt offensichtlich auf das passende Angebot gewartet - das jetzt kam.

Magath, der die Erwartungen in der Champions League nie erfüllen konnte, musste sich unter anderem von Präsident Franz Beckenbauer öffentlich vorwerfen lassen, dass seine Elf vor allem spielerisch den Ansprüchen nicht genüge. Zu Saisonbeginn stimmten die Ergebnisse noch, die Bayern zogen souverän ins Achtelfinale der Champions League ein und waren im Pokal in der Runde der letzten 16. Doch nach dem Pokal-Aus bei Alemannia Aachen (2:4) und weiteren unansehnlichen Spielen in der Bundesliga sowie dem Absturz auf Rang vier sahen sich die Bosse nun zum Handeln gezwungen. (wga)