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Wirtschaft

"Panama Papers": Zwielichtige Kunden bei Berenberg Bank

Die exklusive deutsche Privatbank Berenberg gerät im Zuge der Enthüllungen der sogenannten Panama Papers weiter unter Druck. Die Bank soll über Jahre hinweg mutmaßliche Kriminelle als Kunden akzeptiert haben.

Nach neuen Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung (SZ) hat Deutschlands älteste Privatbank in den vergangenen Jahren Geschäfte mit mutmaßlichen Waffenschiebern, Drogenkriminellen und Terrorunterstützern betrieben. Für Berenberg-Bank-Chef Hans-Walter Peters kommen die Enthüllungen zur Unzeit. Er hat am Montag das Amt des Präsidenten des Deutschen Bankenverbandes übernommen.

Unter anderen soll ein südamerikanischer Geschäftsmann, dem verschiedentlich eine enge Verbindung zu einem der großen kolumbianischen Drogenkartelle nachgesagt wurde, laut SZ bei der Berenberg-Tochter in Zürich jahrelang ein Konto gehabt haben. Der Mann bestreitet alle Verdächtigungen. Darüber hinaus habe die Bank Konten für die ukrainische Kaalbye-Gruppe geführt, die nach Behauptungen einer US-Nichtregierungsorganisation in mehrere Dutzend fragwürdige Waffenlieferungen verwickelt gewesen sein soll. Unter anderem steht Kaalbye im Verdacht, Lieferungen in den Iran, nach Syrien und nach Venezuela gebracht zu haben.

Laut NDR ist mit der Kaalbye-Gruppe auch die Affäre um das Frachtschiff "Faina" eng verknüpft. Im September 2008 wurde es auf dem Weg aus der Ukraine in den kenianischen Hafen Mombasa von somalischen Piraten gekapert. An Bord waren, so stellte sich später heraus, 33 russische Kampfpanzer vom Typ T-72. Bis heute ist der Verdacht nicht ausgeräumt, dass die Panzer für den damals tobenden Bürgerkrieg im Südsudan bestimmt waren. Kaalbye bestritt auf Nachfrage, jemals in Waffengeschäfte verwickelt gewesen zu sein.

Berenberg-Chef Peters sagte NDR, WDR und SZ: "Man muss sich ständig fragen, welches Geschäft zu einem passt. Die Anforderungen an den sorgfältigen Bankbetrieb sind in den letzten Jahren stetig verstärkt worden. Nicht nur die rechtlichen, auch die eigenen. Auch deswegen macht man heute mit manchen Kunden, die man in der Vergangenheit hatte, keine Geschäfte mehr."

qu/chr (dpa, SZ, ARD)