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Staunen und Wundern

Palmendieb mit GPS

Palmendiebe klauen keine Palmen. Es handelt sich vielmehr um eine Krebsart auf der australischen Weihnachtsinsel. Sie sind groß, werden alt und verfügen über eine erstaunliche Orientierungsfähigkeit.

2 Palmendiebe (Birgus Latro) (Bild: CC/Brocken Inaglory)

2 Palmendiebe

Bis zu vier Kilogramm schwer wird der Palmendieb, die Spannweite seiner Beine kann bis zu einem Meter betragen. Damit ist er der größte Landeinsiedlerkrebs der Welt. Zu finden ist er im pazifischen Raum, zum Beispiel auf der Weihnachtsinsel nordwestlich des australischen Kontinents, südlich der Insel Java. Und weil dieser Krebs so außergewöhnliche Dimensionen hat, dazu noch bis zu 60 Jahre alt wird, macht er natürlich auch die Wissenschaftler neugierig. So haben Forscher aus Greifswald und Jena 55 Exemplare des Birgus latro, so sein lateinischer Name, mit GPS-Geräten ausgerüstet, um deren Wanderungsverhalten zu erkunden.

Die Ergebnisse haben sie jetzt in der Fachzeitschrift "PloS One" vorgestellt. Demnach hätten sich die untersuchten Männchen gerne länger an bekannten Orten aufgehalten, und wenn sie überhaupt loszogen, dann bevorzugt auf altbekannten Pfaden. Nur ganz selten erntfernten sich die Palmendiebe dann doch bis zu drei Kilometer in den Regenwald im Landesinneren. Die Forscher vermuten Fortpflanzung und Nahrungssuche als Motive.

Die Palmendiebe entpuppten sich als wahre Orientierungskünstler. Selbst wenn sie bis zu einem Kilometer weit verschleppt wurden, fanden sie innerhalb weniger Stunden zum Ausgangsort zurück. Vermutlich nutzten sie dazu Bäume oder andere Landmarken. Wie die Palmendiebe nun zu ihrem eigentümlichen Namen kamen, konnten auch die Greifswalder und Jenaer Wissenschaftler nicht restlos klären. Eine Theorie besagt, er neige zur Kleptomanie, er stehle bevorzugt metallisch glitzernde Gegenstände aus Häusern und Zelten. Die andere geht auf das Ernährungsverhalten zurück: Besonders gern klettert der Krebs senkrecht auf Palmen, um sich dort die Kokosnüsse schmecken zu lassen.