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Aktuell Nahost

Palästinensischer Fußballer frei

Nach drei Monaten Hungerstreik in einem israelischen Gefängnis kann der palästinensische Fußballer Mahmud Sarsak sich in Freiheit bejubeln lassen. Er saß drei Jahre ohne Anklage oder Prozess in Haft.

Er wurde von Freunden und Fans auf den Schultern getragen, als hätte er gerade das entscheidende Tor für die palästinensische Nationalmannschaft geschossen: Bei seiner Ankunft in Gaza skandierten die Palästinenser "Sieg! Sieg!" sowie "Freiheit für die politischen Gefangenen" und machten seinen Empfang zu einer antiisraelischen Kundgebung.

Der heute 25-Jährige prominente Fußballspieler saß seit 2009 ohne Gerichtsbeschluss in Israel im Gefängnis. Hauptvorwurf gegen ihn waren angebliche Kontakte zur militanten Widerstandsgruppe Islamischer Dschihad, also Verdacht des Terrorismus. Nach einer medizinischen Untersuchung sollte Sarsak zu seiner Familie in ein Flüchtlingslager in Rafah zurückkehren.

Plakate während der Kampagne zur Freilassung von Sarsak (foto:AP)

Immer wieder Protestaktionen für die Freilalssung Sarsaks und anderer politischer Gefangener

Der Ex-Nationalspieler war am 23. März in einen Hungerstreik getreten, um gegen Haftbedingungen und fehlende juristische Grundlagen für seine Haft zu protestieren. Er soll dabei fast die Hälfte seines Gewichts verloren haben. Mitte Juni hatte sein Anwalt dann mitgeteilt, man habe mit den israelischen Behörden eine Vereinbarung erreicht, dass Sarsak freigelassen werde, wenn er seine Aktion beende und wieder Nahrung zu sich nehme.

Der Fall hatte weltweit für Aufsehen gesorgt. Mehrere Menschenrechtsorganisationen sowie Joseph S. Blatter, Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA, hatten ihre Sorge kundgetan. Einen Appell für seine Freilassung hatten Fußball-Legenden wie Eric Cantona und andere internationale Stars unterzeichnet.

SC/kis (dapd, rtr, afp, dpa, sid)