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Nahost

Palästinenser brechen nach Ägypten durch

Durch die Sprengung von Löchern in den Grenzzaun sind Tausende Palästinenser vom Gaza-Streifen nach Ägypten gelangt. Laut Augenzeugen deckten sie sich dort mit Lebensmitteln ein.

Auf der Suche nach Nahrung: Plästinenser stürmen ins Nachbarland

Auf der Suche nach Nahrung: Plästinenser stürmen ins Nachbarland

Militante Palästinener haben in der Nacht zum Mittwoch (23.1.2008) in Rafah fünf Löcher in die Grenzbefestigung zwischen dem Gaza-Streifen und Ägypten gesprengt. Nach Angaben der ägyptischen Sicherheitskräfte nutzten Tausende von Palästinensern die Gelegenheit, um nach Ägypten zu gelangen. Augenzeugen berichteten, sie hätten in den Märkten und Geschäften der ägyptischen Städte Rafah und Al-Arisch große Mengen an Lebensmitteln eingekauft. Einige Palästinenser kehrten bereits mit Matratzen und Körben nach Gaza zurück. Als Grund werden die anhaltenden Versorgungsengpässe durch Israels Blockade des Gazastreifens genannt.

Ägypten greift nicht ein

Der ägyptische Staatspräsident Husni Mubarak gab nach eigenen

Worten selbst den Befehl, den Palästinensern den Grenzübertritt zu

erlauben. Die Palästinenser hungerten, erklärte er am Mittwoch zur

Begründung. Er habe seine Soldaten angewiesen, die Menschen in den Ort zu lassen, damit sie dort Lebensmittel kaufen und essen

könnten, solange sie keine Waffen mit sich führten. Dann sollten sie wieder heraus eskortiert werden. Die Regierung in Jerusalem zeigte sich besorgt über die Entwicklung und erklärte, sie erwarte, dass Ägypten das Problem löse.

Einfall der Palästinenser in Rafah (Quelle: dpa)

Einfall der Palästinenser in Rafah

Augenzeugen berichteten, dass Kämpfer der radikal-islamischen Palästinenserorganisation Hamas Bulldozer einsetzten, um den Stacheldrahtzaun und Metallsegmente der Grenze zu zerstören. Ägypten hatte den Grenzübergang Rafah nach der Machtübernahme der islamistischen Hamas zum Gazastreifen im Sommer 2007 geschlossen.

Kritik an israelischer Blockade

Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak hatte am vergangenen Donnerstag die Schließung aller Grenzübergänge zwischen Israel und dem Gazastreifen angeordnet und erklärt, dies sei eine Antwort auf den Beschuss Israels mit palästinensischen Raketen. Die internationale Gemeinschaft und Hilfsorganisationen warnten vor schwerwiegenden Folgen der Blockade für die Menschen im Gazastreifen.

Bereits am Dienstag hatten rund tausend Palästinenser den einzigen Grenzübergang in Rafah gestürmt. Bei Zusammenstößen und Schießereien mit ägyptischen Grenzposten wurden rund 70 Menschen verletzt.

Israel gibt nach

Nach einer Lockerung der Grenzsperre durch Israel wurde die Stromversorgung in der Stadt Gaza nach nahezu zweitägiger Unterbrechung inzwischen wieder aufgenommen. Israelische Tanklastwagen brachten 700.000 Liter Kraftstoff über die Grenze. Weitere Lastwagen transportierten Gasflaschen und Medikamente. Ein Sprecher des israelischen Außenministeriums kündigte an, dass die Lieferungen am Mittwoch fortgesetzt würden.

Bei einem Feuergefecht zwischen israelischen Soldaten und militanten Palästinensern wurde am Mittwochmorgen ein Hamas-Mitglied erschossen. Zu den Zusammenstößen kam es nach Angaben von palästinensischen Beamten in der Nähe des geschlossenen Grenzübergangs Sufa.

Israel: Raketenbeschuss durch Palästinenser kein Thema

Vor Beratungen des Weltsicherheitsrates über die Lage im Gazastreifen sagte der israelische UN-Botschafter Dan Gillerman der Nachrichtenagentur AP, seine Regierung habe nicht die Absicht, der Zivilbevölkerung zu schaden. Er kritisierte, dass sich der Sicherheitsrat nicht mit dem täglichen Raketenbeschuss beschäftige, sondern nur mit den Reaktionen Israels darauf. (leix)

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