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Aktuell Nahost

Palästinenser beginnen Hungerstreik

Aus Protest gegen ihre Haftbedingungen haben 1200 Palästinenser in Israel einen Hungerstreik begonnen. Premier Salam Fajad von der Autonomiebehörde sagte darauf seine Teilnahme an den Friedensverhandlungen ab.

In israelischen Gefängnissen sind mindestens 1200 palästinensische Häftlinge in einen unbefristeten Hungerstreik getreten. Anlass war der "Gefangenentag", an dem tausende Menschen auf Kundgebungen im Gaza-Streifen und im Westjordanland die Freilassung der 4800 palästinensischen Gefangenen forderten. Der Hungerstreik richtet sich unter anderem gegen die Haftbedingungen sowie die sogenannte Administrativhaft, die es Israel erlaubt, Häftlinge unbegrenzt ohne Erhebung einer Anklage festzuhalten.

Erfolgreiche Hungerstreiks

Weitere 1109 Gefangene hätten angekündigt, am Dienstag auf das Essen zu verzichten, teilte die israelische Gefängnisbehörde mit. Die Behörde gab sich optimistisch: Man sei auch schon in der Vergangenheit mit Hungerstreiks fertig geworden, hieß es. Israel wirft den Gefangenen Straftaten gegen die Sicherheit des Landes vor.

Allerdings waren Hungerstreiks von Palästinensern keineswegs immer erfolglos. Zwei Mal hat Israel allein in diesem Jahr deswegen Gefangene freigelassen. So wurde ein 33-jähriger Mann nach 66 Tagen ohne Nahrungsaufnahme entlassen. Und eine Frau aus dem Westjordanland wurde nach 43 Tagen Hungerstreik in den Gaza-Streifen abgeschoben.

Fajad sagt Treffen ab

Möglicherweise wegen des Hungerstreiks sagte der palästinensische Ministerpräsident Salam Fajad ein Treffen am Dienstag mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu ab. Aus Palästinenserkreisen verlautete, Fajad wolle an einem solchen Tag nicht bei Verhandlungen mit den Israelis gesehen werden. Fajad schickte stattdessen Chefunterhändler Saeb Erekat und Geheimdienstchef Madschd Faradsch zu dem Treffen.

Die israelische Zeitung "Haaretz" berichtete dagegen, Grund für die Absage sei ein Streit über die Überweisung von Steuereinnahmen von Israel an die palästinensische Autonomiebehörde. Bei dem Treffen überreichten die Palästinenser einen Brief von Brief von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zum Friedensprozess. Netanjahu wolle binnen zwei Wochen antworten, hieß es. Beide Seiten einigten sich bei dem Treffen auf die Formel: "Israel und die Palästinenserbehörde sind dem Frieden verpflichtet."

det/kle (dpa, rtr)