Pakistan vor dem Machtwechsel? | Aktuell Asien | DW | 10.05.2013
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Aktuell Asien

Pakistan vor dem Machtwechsel?

Überschattet von Gewalt ist der Wahlkampf in Pakistan zu Ende gegangen. Viele Menschen sind unzufrieden mit ihrer Regierung. Diese muss am Samstag mit einer Wahlschlappe rechnen.

Der Wahlkampf in Pakistan ist beendet: Nach den Vorgaben der Wahlkommission in Islamabad mussten alle Kandidaten ihre Kampagnen in der Nacht zu diesem Freitag beenden. Am Samstag sind dann mehr als 86 Millionen Bürger der südasiatischen Atommacht aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen.

Nawaz Sharif und Asif Ali Zardari (Archivfoto: Getty Images)

Präsident Asif Ali Zardari (r.) im Gespräch mit Oppositionsführer Nawaz Sharif

Laut Umfragen steht der frühere Ministerpräsident Nawaz Sharif - der konservative Chef der Pakistanischen Muslim-Liga-Nawaz (PML-N) - nach 14 Durstjahren vor einer Rückkehr an die Schalthebel der Macht. Zweitstärkste Kraft könnte die "Tehreek-e-Insaf" (PTI) von Cricket-Legende Imran Khan werden. Der 60-Jährige erhofft sich massive Unterstützung vor allem von jungen Städtern, die Misswirtschaft und Korruption leid sind. "Dieses Mal haben die Menschen eine Alternative. Bislang konnten sie nur zwischen zwei Übeln wählen", sagte Khan. Die regierende Volkspartei (PPP) von Staatspräsident Asif Ali Zardari wird sich wohl mit Platz drei begnügen müssen.

Ex-Premier will "Chaos" beseitigen

Der linksgerichteten PPP wird nach Einschätzung politischer Beobachter alles angelastet, was in Pakistan schief läuft: dauernde Stromausfälle, Korruption, Armut und die marode Industrie. Nawaz Sharif lässt keinen Zweifel daran, was er von der Vorgängerregierung übernehmen wird: "Ein Chaos." Aber er zeigt sich entschlossen, die "riesige Herausforderung" anzunehmen. Sollte seine PML-N nicht allein die Regierung bilden können, steht mit Cricket-Star Khan ein möglicher Mehrheitsbeschaffer bereit.

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Angst vor neuen Anschlägen in Pakistan

Die Wahl am Samstag findet unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. Während des Wahlkampfs wurden mehr als 110 Menschen getötet - vor allem bei Angriffen von Taliban-Kämpfern, die Demokratie für "unislamisch" halten. Am Donnerstag wurde außerdem der Sohn von Ex-Premierminister Yousuf Raza Gilani, Syed Ali Haider Gilani, entführt. Er kandidiert für die PPP. Bisher bekannte sich niemand zu der Tat. Auch an diesem Freitag dauerte die Gewalt an.

wa/nem (dpa, rtr)

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