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Politik

Pakistan und El Kaida

Im Rückzugsland Pakistan wird es ungemütlich für El Kaida: Seit Anfang März läuft eine Großoffensive der Armee gegen radikalislamische Kämpfer. Derzeit verhandeln Stammesfürsten im Auftrag der Regierung mit ihnen.

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Paramilitärs sind in Pakistan schwer festzusetzen


Mit weißen Fahnen an ihren Fahrzeugen machte sich eine 18-köpfige Delegation pakistanischer Stammesfürsten am Montag (22.3.2004) auf den Weg nach Waziristan. In dem traditionell autonomen Gebiet an der Grenze zu Afghanistan vermutet die pakistanische Regierung einen Rückzugsort von El-Kaida-Terroristen. Seit Anfang März haben pakistanische Soldaten dort über 100 Verdächtige festgenommen.

Auf der anderen Seite der Grenze, in Afghanistan, haben US-Truppen ihre Suche nach El-Kaida-Kämpfern ebenfalls verstärkt. Die "Operation Bergsturm" gilt als die blutigste seit dem Sturz des afghanischen Taliban-Regimes im Dezember 2001. Tausende von Soldaten und Paramilitärs haben sich schwere Gefechte mit den radikalislamischen Kämpfern geliefert.

Wer sind die Eingeschlossenen in Pakistan?

Im pakistanischen Waziristan sollen bislang 50 Kämpfer bei den Auseinandersetzungen getötet worden sein. Mehr als 400 seien in der Region eingekesselt - darunter Tschetschenen, Usbeken, Araber und Uiguren, also Angehörige einer islamischen Minderheit in der chinesischen Provinz Xinjiang, sagte Armeesprecher Shaukat Sultan. Dies lasse sich aber nur durch Befragungen bestätigen, "weil keiner von ihnen Papiere bei sich trägt und es keinen gibt, der sie identifizieren könnte". Unter den Eingeschlossenen wird auch El-Kaida-Führer Ajman el Sawahri vermutet.

Wo sind die El-Kaida-Köpfe?

Seit Beginn des Jahres übt Pakistan verstärkten Druck auf die Stammesführer im Nordwesten des Landes aus, um die Auslieferung mutmaßlicher Taliban- und El-Kaida-Komplizen durchzusetzen. Bereits seit zwei Jahren hat Pakistan entlang der Grenze zu Afghanistan bis zu 70.000 Soldaten stationiert. Der Befehlshaber des derzeitigen Einsatzes, Safdar Hussain, berichtete von ungewohnt heftigem Widerstand von Seiten der Paramilitärs, der auf "wertvolle Ziele" schließen lasse. Letzte Gewissheit darüber gibt es jedoch nicht.

Die Armee kündigte an, zur Identifizierung von sechs getöteten mutmaßlichen Terroristen aus dem Ausland DNA-Tests durchführen zu lassen. Ob el Sawahri unter den Getöteten sei, könne er nicht sagen, so Armeesprecher Shaukat Sultan. Die Armee erklärte, die Militäroffensive sei bloß der erste Schritt bei dem Versuch, ausländische Extremisten aus der Region zu vertreiben und El-Kaida-Chef Osama bin Laden zu fassen.

Was hat mehr Erfolg: Verhandeln oder kämpfen?

Solange die Stammesführer im Auftrag der pakistanischen Regierung mit den Widerständlern über eine Kapitulation verhandeln, ruhen die Waffen. Die Regierung stellt drei Forderungen: Die Stämme sollen zum einen zwölf in der vergangenen Woche gefangen genommene Soldaten und zwei Regierungsvertreter freilassen und zum anderen diejenigen Stammesmitglieder den Regierungstruppen übergeben, die in die Gefechte verwickelt waren. Drittens sollen die Stämme Ausländer aus ihrem Gebiet ausweisen. Wenn diese Forderungen nicht erfüllt würden, werde die Militäroperation weitergehen, erklärte Brigadegeneral Mahmood Shah vorsorglich.

Auch in Afghanistan wird die Suche intensiviert: Großbritannien hat einem Pressebericht zufolge 100 Soldaten einer Sondereinheit zur Suche nach Osama bin Laden nach Afghanistan geschickt. Die USA hätten die Regierung in London gebeten, noch mehrere 100 weitere Elitesoldaten zu entsenden, berichtete die Zeitung britische Zeitung "The Daily Telegraph" am Samstag (20.3.) unter Berufung auf Quellen im Verteidigungsministerium. (arn)

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